Kolumbien 6

2.3 Ich machte mich auf den Weg, zum Neuen- gestern ausgesuchten und reservierten Hotel- Zimmer. Als ich ankam, sagte man mir, dass mein reserviertes Zimmer nun schon von anderen Menschen besetzt sei. Prost Mahlzeit, was soll jetzt dieser Mist? So stand ich da, etwas benässt vom Schweiß und dem Gepäck im Rücken. „Lo siento“, sagten sie, „wir zeigen dir ein anderes Zimmer“ und so folgte ich genervt einem gelangweilten Angestellten. Und was zeigte er mir? Natürlich ein stinkendes Zimmer, ohne Fenster. Jetzt fiel auch mir, mal nix mehr ein und so ignorierte ich seine dämliche Frage, ob mir denn das Zimmer gefallen würde. Zurück am Tresen der Rezeption, ließ ich etwas Dampf vom schwitzenden Körper und nach einigem hin und her Geplapper, wurde mir ein weiteres Zimmer gezeigt. Ein Kinosaal. Ich fühlte mich, als würde ich, in einem solchen sitzen. Aber ich hatte keine Lust nach einem anderen Hotel zu suchen und so entschied ich mich für dieses übergroße Zimmer mit Stuck an der Decke und Hip Hip Hurra, einem Balkon.

...

Ich bezahlte erstmal für eine Nacht und machte mich kurz danach auch gleich auf den Weg, die neue Gegend zu erkunden. Großartig, wie schmackhaft und dazu auch noch sehr günstig die Früchte sind. So kaufte ich mir ein paar Früchte, welche ich noch nie zuvor gesehen habe. Eine davon heißt Granadilla. Spanische Eroberer tauften diese Frucht so, aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit einem kleinen Granatapfel. Sie ist eine Art Passionsfrucht und ihr wird eine beruhigende Wirkung, sowie die Senkung des Blutdrucks und eine Vorbeugung der Zellalterung durch Radikalfänger nachgesagt. Genau das brauchte ich jetzt:) .Das Innenleben sieht einer Maracuja ähnlich und sie schmeckte!- aber nicht wie Maracuja.

Hutverkäufer gibt es fast an jeder Kurve. Bei Einem, bremste ich ab und blieb kurz stehen, da ich zufällig eine gelbe Reißzwecke im Hut steckend, erblickte. Diese soll höchstwahrscheinlich den Hut, nicht vom Winde verwehen lassen. Aber das interessierte mich nicht. Was mich interessierte, war diese kleine gelbe Reißzwecke. Promt sah der Herr Hutverkäufer mein Interesse und stürzte sich auf mich. Ich zeigte mit einem meiner Finger auf die steckende Zwecke und versuchte ihm Klar zumachen, das ich diese-  und wenn er hat- noch mehr davon will. Er grinste mich an, als wäre ich bekloppt, machte aber Sekunden später, eine kleine Dose mit jenen Zwecken auf und verkaufte mir kopfschüttelnd,  genau 6 davon, für wenige Cent und klopfte mir beim weggehen noch freundschaftlich auf die Schulter. Ich glaube ein paar Zwecken, hat er noch nie in seinem Hutverkäuferdasein verkauft.

Denn bevor ich mich völlig frei fühlend in die Fluten stürzen will, möchte ich mich frei von diesen lästigen, ständig bei mir tragenden Dingen machen und so kam mir Eine Idee, wie und wo ich meine Wertsachen, am besten verstecken könnte und so kamen diese Zwecken genau zum richtigen Zeitpunkt.

Und so verbrachte ich den Rest des Tages im Ozean.

Kinosaal mit Früchten

Kinosaal mit Früchten

3.3  Hier tummeln sich also die Touris. Cartagena scheint wirklich sehr beliebt zu sein. Das Flair, verglichen zum Rest des Landes, was ich bisher gesehen habe, ist total ein anderes. Denn der Einschlag der afrikanischen Vorfahren ist unverkennbar. Umso näher ich mit dem Bus, in den Norden und der Karibik kam, umso auffälliger veränderte sich auch die Bevölkerung. Der indigene Anteil nahm immer mehr ab und der afrikanische gleichzeitig zu. Die ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung entwickelte zur Kolonialzeit drei verschiedene Gruppen: 1.die Indigenen, 2.die zu jener Zeit meistens aus Spanien kommenden Europäer (später auch aus anderen europäischen Ländern) und 3.aus den importierten Sklaven Afrikas. Die Mestizen ( Mischung aus Indigenen und Europäern) stellt in der heutigen Zeit mit ca. 48% den größten Anteil der Bevölkerung. Rein afrikanische Vorfahren haben rund 4% der Bevölkerung und die meisten davon leben eben hier im Norden, in der Karibik.

Blick von meinem Balkon. . Unten marschiert eine afrikanische Verkäuferin

Blick von meinem Balkon. . Unten marschiert eine afrikanische Verkäuferin

Einer unter den zahlreichen Partybusse(Chiva Bus) mit papayera

Einer unter den zahlreichen Partybussen (Chiva Bus) mit Papayera

4.3 Relaxen ist angesagt. Wie auch gestern, verbrachte ich die meiste Zeit, ganz entspannt am Strand. Zum zweiten Mal, blieb ich natürlich so lange im Sand hocken, bis die Frau Sonne für den heutigen Tage, adè sagte. Zum Glück bleibt dieser Moment immer wieder einfach wundervoll. Ein bisschen lustig war es aber auch, denn kurz vorm Verschwinden des gelben Planeten, kamen plötzlich aus allerlei Himmelsrichtungen- Menschen mit ihren Fotoapparaten, die eigentlich diesen Moment nicht richtig genießen konnten, sondern augenscheinlich, nur auf ein tolles Foto bedacht waren. War ich froh, dass mein fotofähiges Handy im Versteck, zwischen den gelben Zwecken lag und ich so umso mehr diesen, sehr schönen farblichen Wandel, von Gelb zu Rot beobachten konnte.

Arbeiter bei der Arbeit mit Meerblick, ... oder eher Qual bei der Affenhitze, dem Meer so nah sein und den Badenden zusehen. ..?

Arbeiter bei der Arbeit mit Meerblick, … oder eher Qual bei der Affenhitze, dem Meer so nah zu sein und den Badenden zuzuehen. ..?

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