Costa Rica 10 / New York

4.4 So wie ich gestern im Park von Alajuela auf einer Bank im Schatten, vor der Kirche zwischen riesigen Mangobäumen saß und die hässlichen Tauben beobachte, schoss mir plötzlich ein tierischer Gedanke in die rote Rübe: Würden die Menschen- auch mich mit eingeschlossen- etwa Tauben interessant und zudem für auch noch schön empfinden, wenn sie gar rar und nicht zu Abertausenden in der Stadt rumflattern würden und man diese auch nur mit einem Fernglas in der Hand, aus weiter Ferne, in einem Nationalpark beobachten könnte ???? … Es flatterte ein weiterer Gedanke durch mein Gehirn: Ich liebe ja das alleine Reisen. Wenn ich mit jemandem zusammen aus Deutschland die Reise gestartet hätte, hätte ich garantiert Nupur nicht kennen gelernt. Auch deshalb ist das alleine Reisen echt spitze, da man ständig neue interessante Menschen kennen lernen kann, wenn man das zulässt. Denn wenn man sich dann auf einer Reise trifft und man versteht sich blendend, ist das Zusammen-weiter-reisen für einen kurzen Zeitraum auch echt toll. Und dann, nach einer entsprechenden Zeit ist es auch wieder schön, alleine zu sein. Denn man kommt ganz anders mit den Einheimischen in Kontakt. Zwei ganz einfache Beispiele dazu, hatte ich gestern auf der Bank sitzend, erlebt. Ich glaube nicht, dass mich(uns), wenn ich hier mit jemandem zusammen auf der Parkbank gesessen hätte, die Mutter mit ihrer Tochter angesprochen hätten. Wir kamen langsam-schleppend ins Gespräch und dann unterhielten wir uns eine Weile. Dabei kam ich mir natürlich mit meinem Vorschulspanisch vor, wie ein kleines schüchternes Kind aus der fünften Klasse, beim Versuch den Erlkönig, vor der gesamten Klasse fließend vortragen zu müssen. Sie erzählten mir, dass sie bisher bloß in Panama mal zu Besuch waren, dass sie die Nicaraguaianer nicht mögen und auch nicht die vielen zugezogenen Chinesen ( ich hatte vielleicht eine Hand voll in San José gesehen).“Warum denn die Chinesen nicht? „,wollte ich wissen. Daraufhin hielt sich die Mutter ganz verkrampft und angewiedert die Nase zu. Ich fragte nicht, warum sie die Menschen aus Nicaragua nicht mag, denn diese Antwort gab mir bereits das eine Mädel, welches ich im Bus nach La Fortuna traf. Sie sagte, dass diese Menschen die Kriminalität nach Costa Rica bringen. Eine weitere Frage der beiden Interessierten war, nachdem eine wohlmöglich aus Afrika stammende Frau, an uns vorbei lief, ob denn bei uns in Deutschland auch „Schwarze“ wohnen würden. Und sie waren beide ganz erstaunt, als ich das mit einem doppelten Si-Si bestätigte. .. Die grünen Pericos welche zahlreich, versammelt auf den Mangobäumen sitzend, nun kreischend begannen sich zu unterhalten, vertrieben nun wahrscheinlich deshalb, die Mutter mit ihrem Kinde. Aber ich saß nicht lange alleine auf der Steinbank. Schon bald gesellten sich 2 alte Herren mit Hut zu mir und es dauerte nicht lange bis sie mich ansprachen. Leider verstand ich diesmal kein Wort und war froh, dass der eine etwas englisch konnte und nun die Fragen des anderen Fragenden übersetzte. „Ich bin aus Deutschland“, antwortete ich und nun war das Interesse des Nichtenglischsprechenden noch größer. Er arbeitete wohl Jahrzehnte für irgendwelche Elektrotechnik Firmen und erzählte, dass die Deutschen, im Jahre 1906 die Elektrizität, in diese Stadt gebracht hätten. Nach einigen weiteren interessanten Geschichten schien nun eine Messe in der Kirche zu beginnen und der Elektrizität-Interessierte gesellte sich- nachdem er mir 3 Mal total echt und lieb lächelnd die Hand schüttelte- zum Bischof an der Kirchentür.

Bischof = ganz links..dann ein anderer Mann und dann im blauen Hemd, das ist der Elektrizität Interessierte

Bischof = ganz links..dann ein anderer Mann und dann im blauen Hemd, das ist der Elektrizität Interessierte

Der andere noch verbleibend- sitzende Mann erzählte mir, dass er die Kirche nicht mag und deshalb sitzen bleibt. Auch erzählte er mir, dass der Elektrizität- Interessierte, eine berühmte Persönlichkeit dieser Stadt sei. Ich verabschiedete mich, verließ die Steinbank und setzte mich für einige Minuten in die durch große Türen geöffnete Kirche, auf eine Holzbank.

Auf der Holzbank

Auf der Holzbank

New York

Was für eine saumäßige Kälte. Gestern schwitzte ich noch bei 30 Grad im Schatten und nun steh ich frierend früh morgens kurz nach um 6 Uhr vor dem Newark-Airport und warte auf irgendeinen Bus, welcher mich nach Union City bringen soll. Irgendwie scheint dass nicht einfach zu sein, denn der Airport Shuttle für 16 Dollar wäre keine gute Option, sagte man mir, da dieser nur nach New York City fährt. Und ein Taxi kostet um die 50 Dollar. Auch das wurde mir an einem Info Schalter im Flughafen gesagt. Weitere Auskünfte erhielt ich nicht. Ich wurde von einem zum nächsten Schalter geschickt und freundlich sowie hilfsbereit, waren die Menschen hinterm Tresen keineswegs. „Irgendeinen Bus muss es doch geben“?, fragte ich. „No, take the Taxi“, war deren hinreißende Antwort. So ging ich in die Kälte und fragte mich durch die Leute. Jeder erzählte was anderes und dazu waren auch noch einige Busfahrer echt bescheuert. So stand ich bestimmt noch um 1h in der Kälte, bis ich dann in einen Bus nach Penn-Station fuhr. Dort angekommen, bekam ich die Info, dass ich noch in 2 weitere Busse umsteigen habe. Wieder stand ich zwischen den einzelnen Bussen, blöd in der Kälte und war dann endlich, fast 4 h nach der Landung im Hostel (inbegriffen dem ganzen Zollquatsch am Flughafen). Eine scheiße Hoch 10. Ich hatte vielleicht 30 min im Flieger geschlafen und dann dieser Terror. Am Flughafen gestern in San José

Ja was ist denn hier los...

Ja was ist denn hier los…

Hatte dann Glück eine ganze Sitzreihe für mich zu haben, im Notausgang

Hatte dann Glück eine ganze Sitzreihe für mich zu haben, im Notausgang

sollte ich zu der Flughafensteuer von 29 $, welche jeder zahlen muss sobald das Land verlassen wird, auch noch beim Check in- das erste Mal überhaupt-für mein Gepäck nochmal 25 Dollar zahlen. Dann stieg ich in die Billig -Airline und freute mich schon darauf einen guten Film ganz entspannt gucken zu können. „Waaas das gibt es doch jetzt nicht“? , fragte ich eine der Stewardessen. Als auf dem Entertainment System die Nachricht erschien, dass man für die Nutzung des kompletten Media Bereichs, zahlen muss. „Und gibt es wenigstens einen kleinen Snack“, war meine nächste Frage( es war inzwischen 23 Uhr und das letzte Mal hatte ich Mittag gegessen, danach bloß 1 Eis plus ein paar Bananenchips.. ich hatte mich also auf eine Mahlzeit im Flieger gefreut) „Sorry – „no“!!!!! Aber ich könnte mir ja was kaufen. „Ach nö, was ist das denn jetzt für eine Megascheiße, ist ja schlimmer als bei Ryanair und das nennt sich jetzt United Airlines“(dachte ich laut). … Und dann kam ich am Hostel an. Ich hatte leider niemanden gefunden, bei welchem ich über cochsurfing oder aber airbnb , übernachten hätte können und so musste ich in die verschimmelte Birne beißen und ein Hostel buchen. Ich freute mich demnach also riesig auf mein 4 Mann Zimmer( Schnarchen ist ja so gut wie for free dazugebucht). Aber erstmal musste ich noch 1.5 h warten bis ich ins zu dem Zeitpunkt noch ausgebuchte Zimmer konnte. Dann durfte ich schmiss den Schulranzen ins Zimmer und lief sofort danach hinaus um den Block, um die Kurve und fand ein kolumbianisches Restaurant, wo ich nun endlich für 6.53$- Rührei mit Reis zum Frühstück bekam. Lustigerweise bin ich hier im südamerikanischen Viertel gelandet und überall wird natürlich Spanisch gesprochen. Anschließend fuhr ich zum Time Square,

Hier muss ich im Dunkeln nochmal her

Hier muss ich im Dunkeln nochmal her

lief zum Empirie State Building und rannte einmal hin und wieder zurück, über die Brooklynbridge.

Im Hintergrund, dass neue WTC

Im Hintergrund, dass neue WTC

Ich fuhr also ein paar Mal mit der Metro und mit dem Bus, speiste das komische Frühstück beim Kolumbianer, sowie ein Hotdog und kaufte 1 kleine Flasche Wasser plus eine Tüte Kekse und stellte am Abend fest, dass mir deshalb knapp über 50 Dollar im Geldbeutel fehlten. Echt irre teuer hier. .. Zurück im Hostel, nach etlichen abgelatschten Kilometern und ohne Schlaf, kam ich natürlich erschöpft am Schlaflager an. Oh wie schön wäre jetzt ein Einzelzimmer. Im Schlaflager angekommen, hoffte ich, vielleicht das Glück zu haben und wenigstens für ein paar Minuten alleine zu sein. Ich drückte hoffnungsvoll den Türgriff nach unten und auch die Tür öffnete sich. Welch hässliche Erscheinung traf meine trägen Glüsen. 3 Männer hockten auf ihren Betten und im Zimmer stank es nach Ekel. Zudem lag ein Typ auf meinem Bett, welches ich mir eigentlich mit frischem Bettbezug beziehen lassen hatte. „Was soll das“?, fragte ich. Es stellte sich heraus das der Typ- Deutscher war. Aber ich hatte in diesem Moment die Schnauze voll und überhaupt kein Bock auf dämliche Gespräche und so schnappte ich mir nur noch kurz meine Flasche Wasser und ging in den hässlichen Aufenthaltsraum. Eigentlich war ich echt zu müde um mich hier aufzuhalten und wollte einfach nur noch ins Nest. So ein scheiß Ende des Tages. In diesem Moment freute ich mich zum ersten Mal auf die Kleinstadt Berlin und meine kleine Singelwohnung.

FOTOS GIBT ES HEUTE. . 6.4

5.4 Mehr Internationalität gibt es bestimmt kein Zweites Mal. In dieser Stadt tummeln sich Mindestens 🙂 alle Nationen dieser Welt. Ich habe noch nie zuvor, in keiner anderen Stadt, so viele unterschiedlichste Menschen, sowie Sprachen aufeinmal, mit meinen gut funktionierenden Sinnesorganen wahrgenommen. Das bemerke ich auch jetzt gerade sehr, so wie ich es mir, wie ein Gecko, in der Sonne auf einem kleinen Stück Felsen

Zonne genießen

Zonne genießen

im Central Park gemütlich gemacht habe und ich mich freue wieder Energie von der Sonne zu beziehen, um mich dann wieder mit Elan in den Großstadtdschungel zu stürzen. Ein Schauspiel umgibt mich hier, bei welchem einem mit Sicherheit- ein besseres Kino-als in irgendeinem Theater am Time Square geboten wird. Und so hielt ich mich auch bestimmt 2 h im Park auf

...

und war verwundert über die Menschen, die im Tshirt und kurze Hose herum turnen. Ich war froh das ich mich, sobald die Sonne weg war, in meinen Pullover plus Jacke einmummeln konnte. .. Wie schnell man sich bei nur 5 Wochen Wärme, eben aber an diese gewöhnen kann. Wäre ich 5 Wochen in Alaska gewesen, würde ich vielleicht auch, bloß mit einem Tshirt mit: „I Love New York“ bekleidet, herum springen. So nun aber nicht. Ich hatte in Berlin mal ein cooles Tshirt mit eben einem coolen Spruch gesehen (New York ist King/ Berlin ist Kingkong!)! Und muss nun schon am zweiten Tag New York überlegen, ob dieser Spruch vielleicht doch nicht ganz der Wahrheit entspricht! 🙂 . .. Nun sollte es aber zu einer ganz bestimmten Sehenswürdigkeit gehen. „Ja Freunde und liebe Lesenden, ihr habt richtig gelesen, der Mister Sehenswürdigkeitenhasser möchte sich unbedingt eine Sehenswürdigkeit ansehen. „Was geht mit dem“?- fragt sich jetzt vielleicht die „Amsel“ und einige andere auch, welche mich kennen und/oder meinen ersten Blog gelesen haben. Aber diese „Eine“ will ich unbedingt sehen. Dieses Monument wollte ich schon immer mal Live und in Farbe sehen. Auch deshalb bin ich nach New York gekommen. Für mich irgendwie ein besonderer Moment, so merkwürdig es auch klingen mag. Nun ist es 18.03 Uhr und ich sitze noch immer hier. An der Promenade und schau mir in einem tollen Abendlicht die Freiheitsstatue an.

Links... da steht se

Links… da steht se

.. und es wurde später und später. .und schöner

.. und es wurde später und später. .und schöner

Das Symbol für die Freiheit.

Eigentlich wollte ich mir diesen Moment für den letzten Tag aufheben und mich somit von New York und dieser tollen Reise verabschieden. Aber ich konnte nicht anders. Ähnlich wie ein kleines Kind, was vor Vorfreude auf Weihnachten, vielleicht die Möglichkeit bekommt und im Versteck der Eltern, das Weihnachtsgeschenk findet und dieses einen Tag vor der Bescherung öffnet.

Ich war aber dort

Ich war aber dort

Auf der for free ferry nach Staten Island

Auf der for free ferry nach Staten Island

Der hat nur nen bissel rum gebrüllt wie nen Monkey, aber muss man ihm dann gleich Handschellen anlegen. .. im Wartebereich der Ferry

Der hat nur nen bissel rum gebrüllt wie nen Monkey, aber muss man ihm dann gleich Handschellen anlegen. .. im Wartebereich der Ferry

Fotos dazu auch bald. . Es ist gerade 01.30 Uhr, irgendein Typ im Zimmer schnarcht aber ich muss jetzt auch versuchen zu pennen.. bis später

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