Costa Rica 2

21.3 Irgendwo, mitten in den Serpentinen. Es ist 11.37 Uhr und der Bus und ich stehen im Stau. Gerade eben sind 3 Feuerwehr Trucks mit dröhnenden Sirenen an uns vorbei gerauscht. Ohje das kann bestimmt lange dauern. Und die scheiße nimmt wohl heute seinen Lauf. Denn als ich heute morgen rechtzeitig gegen 10 nach acht mit dem Taxi am Busterminal ankam, um den gegen  8.40 Uhr abfahrenden Bus nach La Fortuna zu bekommen und schon das Ticket am Schalter bezahlt hatte, dann fiel es mir plötzlich ein. Ich stand am Busterminal im Schatten, wartend auf den Bus, welcher in 10 min. ankommen sollte und dann fiel mir ein, dass ich das erste mal etwas vergessen hatte. Das Ladekabel steckte noch in der Wand im Guesthouse Angeles. Aber ich brauchte nicht lange zu überlegen. Und schon bald, saß ich wieder im Taxi, welches dazu auch noch für den gleichen Weg zurück, jetzt um einiges teurer war. Das Busticket war nun umsonst bezahlt und jetzt auch noch das. Am Guesthouse angekommen musste ich zwar schmunzeln und fühlte mich in der Pflicht mich selbst zu verteidigen. Denn es ist wahr, ich habe wirklich noch nie etwas vergessen. So sagte ich zu der Besitzerin ob es vielleicht das Schicksal wäre, was mich jetzt davon abhalten sollte, nach La Fortuna zu fahren. Wir waren uns beide unsicher. Der nächste Bus sollte erst wieder 11.30 Uhr fahren. Aber das wäre zu spät, da ich dann nur noch ca. 30 min Zeit hätte, um mir ein Hotel im Hellen zu suchen. Denn als ich gestern im Internet die Preise für Hotels und Hotels checkte, musste ich schnell feststellen, dass zum einen, vieles ausgebucht war und zum anderen, alles auch noch viiiiiiiiel zu teuer ist. So entschied ich mich, einfach ohne Buchung dort hinzufahren und zu suchen. Aber im Dunkeln? Nö. Glücklicherweise erzählte mir Maria, die Besitzerin, noch von einer weiteren Option. Ich könnte zuerst mit einem Bus für ca 2-3h in die Ciudad Quesada fahren und dann von dort in einen anderen Bus umsteigen für ca. 1,5h nach La Fortuna. Es würde vielleicht alles in allem 1 h mehr Zeit in Anspruch nehmen, aber ich wäre auf jeden Fall noch früher vor Ort, wenn ich jetzt direkt wieder zum Busterminal schießen würde, um einen Bus zu bekommen, als wenn ich den Bus gegen 11.30 Uhr nehmen würde. Gegen 9.10 Uhr saß ich wieder im Taxi zum Terminal de Autobus. Ich probierte einfach am Schalter stottenderweise aus, ob es möglich wäre, das andere Ticket gegen das neue einzutauschen. Der hektische Mann am Schalter schien mich verstanden zu haben und tauschte anstandslos das Ticket. Ich stellte mich in eine wartende Schlange zum noch nicht vor Ort stehenden Bus. Vor mir stand ein junges Mädel und so fragte ich sie ob dies die richtige Schlange für den hoffentlich bald kommenden Bus sei. Sie lächelte und bejahte. Hinter mir wurde die Schlange immer länger und schon bald war mir klar, dass ich einen Einzelplatz abhaken kann und so fragte ich das dünne Mädel, ob ich mich zur ihr gesellen dürfe. Sie lächelte. Super dachte ich, denn bei meinem heutigen Glück, würde sich ganz bestimmt ein dicker, schwitzender Mann zu mir setzen. Wir stiefelten in den Bus und unterhielten uns jetzt in englisch. Sie erzählte mir sehr viel interessantes über Costa Rica. Und fragte mich natürlich auch wie ich „Ihr“ Land finde. Ich sagte, dass ich erst 2 Tage im Land bin und mir eigentlich kein Urteil erlauben dürfe, aber war trotzdem nicht verlegen, ihr meine ersten Eindrücke zu schildern. Ganz unverblümt erzählte und fragte ich, ob es richtig wäre, dass die Kluft zwischen Arm und Reich, bestimmt sehr groß sei. Sie stimmte mir zu und horchte gespannt meinen Geschichten zu einigen besuchten Ländern. Sie schaute zwar traurig, als ich ihr sagte, dass überall da wo Menschen Besitz zu Raum und Land ergriffen haben, es nicht möglich ist, dass Paradies zu finden. Aber auch dazu nickte sie und verstand mich. Aber ich freute mich, dass auf dem bisherigen Weg noch kaum Müll am Straßenrand oder sonst wo, zu sehen ist. Das ist bisher der wirklich größte Unterschied zu den Ländern Südamerikas und auch zu Panama. Die Menschen scheinen die Natur mehr zu respektieren. … Nach ca. 20 min im Stau stehen, ging es weiter. Zu sehen war nur Ein kaputtes Auto. Die Feuerwehr war auch schon nicht mehr da und wir fuhren aus dem Nebel wieder raus.

....

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Selten zuvor hat mich eine Landschaft so sehr an Neuseeland erinnert. Und sie war tatsächlich noch schöner. Das Mädel stieg ca. 1h früher aus dem Bus und nun saß ich als einziger, ganz alleine auf 2 Plätzen. Denn der Bus war sonst komplett voll. Lustigerweise war ich in diesem Bus der einzige Touri. In dem anderen Bus( der erste und verpasste), standen in der Schlange bestimmt 30 Reisende Gringos. War ich nun froh in diesen Bus gestiegen zu sein. Wir erreichten nach ca. 2,5 h den Zwischen Stop. So konnte ich meine Notdurft verrichten und mir ein ekelhaftes in Plastikfolie eingewickeltes und in der Mikrowelle warm gemachtes Sandwich essen. Es schmeckte natürlich nach Plaste. Dann suchte ich den Bus nach La Fortuna. Wieder stand ich in einer riesigen Schlange und wieder stand vor mir eine nette Frau,

Vorbildliche Schlange und sympathische Frau

Vorbildliche Schlange und sympathische Frau

welche ich natürlich wieder fragte ob ich mich zu ihr gesellen dürfe. Und wieder sprach sie englisch und wir verstanden uns richtig gut. Sie erzählte, dass sie knapp 2 Jahre in Paris gelebt habe und es dort die unfreundlichsten Menschen, ihrer Meinung nach gibt. In ganz Frankreich. Diese Meinung höre ich nicht zum ersten Mal…  Nun war ich froh, heute morgen den Bus, wegen des bekloppten Ladekabels, verpasst zu haben. Wahrscheinlich kommt wirklich immer alles so, wie es kommen soll. Denn als wir ankamen, schlug sie mir vor, mich auf der Suche nach einem Hotel zu begleiten und so verhandelte sie, als echte Tica, einen spitzen Preis, im gleich erst besuchten Hotel. 30 $ kostet mich nun eine Nacht. Im Internet und bei booking.com, war ein vergleichbarer Preis, undenkbar zu finden( und so freundete ich mich schon mit dem Gedanken an, vielleicht in einem 10 Bettzimmer in einem Hostel zu schlafen). Nun belagerte mich die Besitzerin, indem Sie wissen wollte, wie lange ich denn bleiben will. So sagte ich, dass ich das nicht wüsste, da ich selten lange im Vorraus plane. Ja vielleicht bleibe ich eine Nacht oder 2, ich werde sehen und das ihr noch rechtzeitig mitteilen. In dem Moment wurde sie fast sauer, da hier ja so viel zu machen sei und ich doch mindestens 2 Tage dableiben müsste. Müssen tue ich schon mal gar nichts, sagte ich. Dann verabschiedete sich die junge Dame und ich war wieder magisch angezogen. Irgendwie ziehen mich Vulkane einfach an.

Direkt vor der Haustür

Direkt vor der Haustür

Es klingt vielleicht lustig, aber wieder spürte ich diesen Drang, sofort mein Gepäck ins Zimmer zu schmeißen und Richtung Vulkan zu laufen. Das letzte Mal, verspürte ich diesen Drang in Kaponga. Einem kleinen, unscheinbaren Dörfchen, auf der Nordinsel Neuseelands. Ich kam mit meinem geliebten, weißen 30 Jahre alten Toyota Hiace in dieses Örtchen, um den dortigen Vulkan zu sehen. Aber dieser war nicht zu sehen. Denn es regnete und war total vernebelt. Mist, was mache ich nun? Wild parken ist in Neuseeland strengstens verboten und irgendwie fühlte ich mich gleich wohl in diesem Ort und so fiel mir ein großer Parkplatz hinter einem Gasthaus auf. So hielt ich an und fragte im Gasthaus nach, ob ich auf dem Parkplatz stehen darf. Die gute Frau und Besitzerin lächelte mir zu und gab mir die Erlaubnis. So sagte ich, dass ich vielleicht schon morgen wieder weg sei, denn sobald die Wolken verschwinden würden und ich den Mount Taranaki bestaunen kann, fahre ich wieder los. Ich glaube ich wartete 5 Tage in diesem Ort, auf diesen Moment. Aber diese 5 Tage gehören mit zu meinen schönsten Momenten in Neuseeland. Obwohl es jeden Tag regnete. Aber die Stimmung und die Leute die ich traf, das war ganz Besonders. Ich suchte mir für meinen Camping Kocher ein Plätzchen, bei welchem ich nicht nass werden würde und fand ein kleinen überdachten Platz. Dorthin fuhr ich jeden Tag, packte meine Picknick Sachen auf den Tisch und begann zu kochen. Wie ich so da saß, beobachtete mich ein kleines niedliches auf ihrem Holzroller stehendes Mädchen und gesellte sich irgendwann dann ganz schüchtern zu mir. Wir wurden Freunde, denn sie kam jetzt jeden Tag zu mir und wir verstanden uns sehr gut. Das sind die Momente die ich suche. Die Begegnungen mit den Einheimischen Menschen, dass ist das Besondere. … La Fortuna ist zwar ein touristischer Ort, aber sofort als ich ankam, hatte ich ein vertrautes Gefühl. Nun ist es 21.49 Uhr, ich sitze das erste Mal noch draußen in der Öffentlichkeit, zwischen einem plätschernden Brunnen im Park und einer kleinen Kirche.

Das Bild habe ich natürlich am nächsten Tag geschossen

Das Bild habe ich natürlich am nächsten Tag geschossen

Nachdem ich vorhin lange dem Vulkan und den vorbei ziehenden Wolken zu sah,

Ich gucke und gucke

Ich gucke und gucke

wollte ich mich eigentlich auf den Weg zu einem Restaurant bewegen, aber plötzlich wurde ich von einem älteren Herrn, mit starkem Süd-Staatenakzent, vor einer der zahlreichen Tour Büros( welche sich gegenseitig alle schlecht machen und natürlich alle von sich behaupten, sie seien die besten und machen die besten Angebote und bla bla bla..ich kann die scheiße nicht hören, denn als seriöser Anbieter macht man das nicht)  angequarkt. Wir kamen aber gut ins Gespräch und er erzählte mir, dass er schon 13 Jahre in Costa Rica lebt. „Willst du mal wieder in die USA zurück“?, fragte ich. Seine gute Stimmung schwankte schlagartig und er verneinte lautstark. Denn er hasst seine alte Heimat. „Und was genau haßt du an den USA“?  „Alles, aber ganz besonders die Politik“. Und so fragte ich was er von 9/11  hält? .“ Ganz klar, da sollte es keine 2 Meinungen geben, denn das war die Regierung der USA selbst, sagte er!!!!! So fragte ich  ihn weiter, was er von den Menschen hier und ihrer Ehrlichkeit hält. Und er verriet mir, dass auch Costa Rica, bei weitem kein Paradies sei und er schon seit längerem, nach einem neuen Ort zu leben sucht. Auch hier seien die Menschen unehrlich, speziell wenn es um Geldangelegenheiten geht. Es sei wie überall in den wärmeren Ländern. Und an dieser Stelle nahm ich natürlich auch mal Deutschland in Schutz und meinte, auch wenn viele Meinungen immer dahingehen, dass wir Deutschen kühl und unfreundlich wären, aber uns kann man dafür größtenteils vertrauen und wir seien ehrlich. Ich denke, dass stimmt meistens auch und glaube, dass es durchaus auch klimatische Ursachen hat.

La Fortuna bei Nacht

La Fortuna bei Nacht

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