China 1

Naaaaa endlich ist es wieder soweit! !!!

Bin heute, den 16.10 in Hongkong angekommen und juhu ich kann das Internet wieder komplett nutzen. Im restlichen China sind leider fast alle Seiten gesperrt, so dass ich nicht auf meine Seite zugreifen konnte. Selbstverständlich habe ich aber jeden Tag fleißig, wie ich nun mal bin, in mein Reise Tagebuch geschrieben.  Ich werde in den kommenden Tagen mein Geschriebenes übertragen. Versprochen

 

2.10  Ich sitze gerade in der transsibirischen Eisenbahn und bin glücklich.

Auf geht's

Auf geht’s

Glücklich darüber ein spannendes Buch zu haben und glücklich, dass ich ganz alleine, in einem 2 Betten – Abteil der Ersten Klasse sitze. Ich fühle mich so, als würde ich in meinem eigenem, fahrenden, privaten Zimmer sitzen. Ich habe dazu schwarzen Tee aus der Thermoskanne serviert bekommen, liege an meinen Rucksack gelehnt auf der Bank, habe das Buch in der Hand und Blicke vom Buch in die vorbei segelnde Landschaft, die wie ein Meer so weit scheint, und zurück. Mir fällt gerade einfach nix ein, was ich lieber täte.

Ich bin froh, dass der Griff in meinen kleinen Geldbeutel etwas tiefer ausfiel und ich mich für das Erste klasse Ticket entschieden habe. An dieser Stelle muß ich leider zugeben, dass ein paar mehr Groschen in der Tasche, einem doch auch ein klein wenig mehr Freude bereiten können.

Auch deshalb freue ich mich, dass ich alleine bin, da mir immer mehr, im Zuge der letzten Reisen, dass Geplapper der Mehrheit der Travelermeute, auf die Nerven geht. Immer wieder sind es diese langweiligen gleichen Fragen: Woher kommst du? Was machst du? Wo willst du noch hin? Usw.. blablabla. Ich mag diese Unterhaltungen irgendwie garnicht mehr( klar kann es auch hin und wieder mal schön sein, interessante Leute zu treffen. .aber viel lieber komme ich mit den Einheimischen ins Gespräch). Irgendwie scheint mir die Masse der Reisenden auch die Magie des Reisens zu nehmen. In Neuseeland zb. war es teilweise echt so, als würde man durch den bayrischen Wald spazieren. Überall, an jedem Baum, schallten deutsche Stimmen, statt die Laute des kiwis, in meine traurigen Ohren. Irgendwie ist der Gedanke so schön, sich einzubilden, man wäre der Alleinreisende, der Entdecker! .. Manchmal denke ich, wäre es wahrscheinlich großartig gewesen, ein Kumpel von Christopher Kolumbus gewesen zu sein. …Auf der Suche sein.. Sind wir nicht alle immer wieder auf der Suche nach etwas Neuem? Einer neuen Herausforderung, einer neuen Liebe, oder aber auch bloß nach einem neuen Handy Modell. ..? Ich hätte sehr gerne ein neues Land und deren Kulturen entdeckt, so könnte ich Euch davon jetzt berichten. Auch sehr schade finde ich, dass es für die Einheimischen, der jeweiligen von mir besuchten Länder, auch überhaupt nicht mehr interessant zu sein scheint, dass man aus Good Old Germany kommt. Da hört man nicht mehr: Ah yeeeer thats great – you from germany. .. Das wird leider einfach nur noch abgehakt und das wars. Das hängt ganz einfach damit zusammen, dass wir nicht nur Fussball Weltmeister, sondern wahrscheinlich auch Weltmeister im Reisen sind..?!

Ich freu mich

Ich freu mich

Tschüß

Tschüß

Unendliche Weiten, Wüste Gobi

Unendliche Weiten, Wüste Gobi

Viele viele Kamele

Viele viele Kamele

Zum Glück kann man sich daran nicht satt sehen

Zum Glück kann man sich daran nicht satt sehen

Am Grenzübergang wurden die Weichen gewechselt

Am Grenzübergang wurden die Weichen gewechselt

 

3.10  Nach 28 Stunden Zugfahrt, unteranderem durch die Wüste Gobi, mit 4 stündiger Grenzkontrolle, bin ich total zerknittert im Pekingsumpf angekommen. Ich fühlte mich, als wäre ich auf einem vollkommen, fremden Planeten gelandet. .. So ein chaos… Tausende, herum huschelnde Menschen, laute musik, Smog! Männer in Uniform mit MGS in der Hand, die so aussehen, als wären sie Eine bessere Kopie von Steve Urkel.

Unten links, auf dem Podest, Männer mit MGS am Hauptbahnhof

Unten links, auf dem Podest, Männer mit MGS am Hauptbahnhof

Oh man. . Ich muss weg. Wo ist die Sauerstoffmaske? Ok ok Ruhe bewahren Johannes. Und an dieser Stelle, muss ich echt sagen, dass ich in den letzten Jahren des Reisens gelernt habe, damit umzugehen. Mittlerweile ist es tatsächlich so, umso größer das Chaos wird, umso mehr kann ich inzwischen darüber lachen. Früher wäre ich bestimmt in solch einer Situation verzweifelt. Ich hatte nix zu essen, keine kohle in der Tasche und hatte über 1h versucht ein Taxi zu bekommen. Kein Taximann wollte mich zu der Hoteladresse fahren, oder aber auch die meisten fuhren einfach weiter und ließen mich wie ein nasser Esel im Regen stehen. Dann hatte ich die Schnauze voll und wollte einfach aus dem Chaos raus und bin in eine beruhigte Nebenstraße abgebogen. Ein Glück, denn dort gab es zufällig ein Touristen Büro und juhu der freundliche Mensch konnte englisch und schrieb mir die Adresse in Zeichensprache auf und so ging ich mit dem Zettelchen zum Taximann und 20min später war ich dann am Guesthouse.

Mein neuer Kumpel. . Er hat sich verdient hier zu erscheinen, ...es kostete mir aber etwas Überwindung ihn zu fragen, ob ich ihn fotografieren darf. .

Mein neuer Kumpel. . Er hat sich verdient hier zu erscheinen, …es kostete mir aber etwas Überwindung ihn zu fragen, ob ich ihn fotografieren darf. .aber er freute sich darüber

Dort angekommen, wurde mir mein gebuchtes Zimmer gezeigt. Oh mein gott, was ist das denn für ein elendes Katzenloch. Zugewiesen wurde mir ein schlimmlig, übel riechendes Zimmer im Keller, natürlich ohne Fenster.

Stinkloch

Stinkloch

Aber ich hatte leider keine andere Wahl, denn die Chinesen feiern, ausgerechnet diese Woche, ihre National – Feiertage und so war jede weitere Unterkunft ausgebucht, obwohl ich 6 Tage vorher schon gesucht und schließlich gebucht hatte. Na prima, draußen ist Smog Alarm und im meinem Katzenloch schimmelt es vom Feinsten. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, ob ich in diesem Loch Schlaf finden werde. Ich bräuchte wahrscheinlich, definitiv zum ersten Mal in meinem leben eine Schlaftablette. Iiiiii der Gestank ist einfach bestialisch. Aber klar – WLAN funktioniert im keller. Darauf hätte ich wirklich gerne verzichtet und stattdessen ein Fenster gehabt. Am Abend suchte ich dann ein einheimisches Restaurant, um eine leckere Spezialität zu köstigen. Ziemlich schnell war ich auch fündig geworden. Auch war es ok für mich, dass die Menükarte nur mit Bildchen ausgestattet war. So zeigte ich mit einem meiner Finger auf ein Bild. Ich hatte Appetit auf ein Nudelgericht. Nach etwa 10 min Wartezeit bekam ich dann meine Köstlichkeit. Hm die Nudeln sehen aber komisch aus. Naja egal, ich habe Hunger. Eins – Zwei – maximal Drei bis Vier Bisse später, schiebte ich das Essen bei Seite. Das sind doch keine Nudeln!!! Und so verließ ich das Restaurant mit einem knurrenden Magen. Im Hotel zurück, war ich froh, dass der Manager da war, denn er spricht etwas englisch. So nahm ich Ihn ins Verhör, befragte und beschrieb ihm mein Nudelgericht. Dabei grinste er mich an und sagte: „Das waren doch keine Nudeln, dass war Entendarm“!!!! Ich dachte, ich müsste Ihn direkt ins Gesicht brechen.

Mit dem Zug quer durch nach Peking. . Endlich wieder Bäume und Grün

Mit dem Zug quer durch nach Peking. . Endlich wieder Bäume und Grün

Erschreckend. . Kilometerlange, alle noch im Bau befindliche Wolkenkratzer, vor Peking und mit Smog beschmückt.. herrlich

Erschreckend. . Kilometerlange, alle noch im Bau befindliche Wolkenkratzer, vor Peking und mit Smog beschmückt.. herrlich

 

4.10  Früh um 7. 00 Uhr sollte ich pünktlich am Hotel abgeholt werden. Wie ich es doch immer wieder liebe, mich zu beeilen, um mich dann doch der Sinnlosigkeit des Wartens, geschlagen geben zu müssen. Es war 7.30 Uhr als ich die ahnungslosen 3 Pfeifen an der Rezeption fragte, ob sie denn den unpünktlichen Pausenclown mal anrufen könnten. Wahnsinn – 3 Leute früh morgens an der Rezeption eines Hotels und keiner spricht ein paar Brocken englisch. Dabei muss ich noch erwähnen, dass sie sich auch überhaupt nicht bemüht haben, mir irgendwie zu helfen. Nun denn, sie schafften es irgendwie, dann doch anzurufen. Aber niemand ging ans Handy. Na geil, die haben mich wohl verarscht. Haha so hätt ich mir auch für die knapp 50 Euro, ne Pekingente kaufen können. Ich war bedient. 7.45 Uhr, rief dann endlich der Tour – Clown an und meinte er wäre gleich da. Es war 8.14 Uhr, als ich in den Bus stieg und mir verraten wurde, dass er, doch gestern im Hotel eine Nachricht für mich hinterlassen hätte, in welcher er seine Verspätung vorhersagte. Vielen Dank an das wirklich absolut unfähige Personal des Hotels.

Als wir dann endlich durch Peking fuhren, stellte ich fest, dass Katie Melua nicht ganz ehrlich war. Sie hätte doch besser, diesen einen berühmten Song, den Namen: „9 Million German Cars in Beijing“ betiteln sollen. Es scheint, als würde jedes zweite Auto, eine deutsche Marke sein.

Berlin ist ein Dorf.

Du meine Güte, was ist das bloß für eine Mega Stadt. Einfach irre.

Nach ca.2 Stunden kamen wir dann im knapp 100 km entfernten Mutianyu an. Einem Ort, mit Zugang zur chinesischen Mauer. Nun hatten wir knapp 3h Zeit, auf der Mauer herum zu turnen. Leider war es sehr vernieselt und wolkenbehangen, so dass die Sicht natürlich nicht so toll war. Dennoch war es sehr schön und der Nebel gab dem ganzen, eine Brise des Mystischen.

Auf der Mauer

Auf der Mauer

Zwischen den Wolken

Zwischen den Wolken

Ständiges gefilze an den ubahn Stationen

Ständiges gefilze an den ubahn Stationen

Nach knapp 3 Stunden auf der Mauer, gab es dann lecker Mittagessen. Ich setzte mich an einen Tisch, an welchem, ausschließlich Asiaten saßen und so kam ich mit einem Koreaner ins Gespräch. Kaum hatte ich erwähnt, das ich aus Deutschland bin, erwartete ich eigentlich, wie schon beschrieben, dass er sich desinteressiert zur Seite drehen würde. Aber nein, welch Freude, ich sollte eines besseren belehrt werden, denn er bestellte mir daraufhin, ganz spontan, mein erstes chinesisches Bier. Es ist wirklich lustig, da ich erst darüber berichte, dass das Interesse der Menschen an Geschichten zu Deutschland, leider so gut wie garnicht mehr zu existieren scheint. So sollte ich heute direkt vom Gegenteil überzeugt werden. Aber gerne doch.

Morgen werde ich mir vielleicht die Verbotene Stadt ansehen und dann verschwinde ich gen Süden. Ich brauche Luft.

Herrliche Luft, nachmittags um 15 Uhr

Herrliche Luft, nachmittags um 15 Uhr

 

5.10  SONNE!!! Das ist echt der totale Wahnsinn, wie die ganze Stadt nun strahlt und völlig verändert scheint. Ich habe noch nie zuvor, solch eine Metamorphose einer Stadt erlebt. Gestern noch, schien sie wie eine hässliche Larve, welche am Smog zu ersticken droht und heute erscheint sie mir, wie ein, vom Licht angetriebener, pubertierender, bunter Schmetterling.

Mal eben schnell, auf die andere Straßenseite wechseln, kannst vergessen, überall Zäune

Mal eben schnell, auf die andere Straßenseite wechseln, kannst vergessen, überall Zäune

Licht ist Energie.

Ich renne rum wie ein aufgezogenes Matchbox Auto und habe lust die Stadt zu erkunden. Eigentlich wollte ich zur Verbotenen Stadt, ich stand auch davor, aber entschied mich spontan dagegen, da die Masse an Menschen einfach zu mächtig war. Und genau diese Situation bezeichne ich gerne als meine Art der Freiheit, die ich mir einfach lasse, egal wohin ich auch komme. Ich muss keinem Touri Magneten hinterher hecheln, nur damit ich dann, zurück in Deutschland, all die Sehenswürdigkeiten auf den Tisch klopfen kann, wie einst der Typ aus der Werbung: „Mein Haus mein Auto, meine Yacht “ usw. ..

Es kommt mir so vor, als sei heute die gesamte Bevölkerung Chinas, hier in Peking versammelt, um den National- Feiertag, zu feiern. Trotzdessen kommen mir die Menschen aufjedenfall sehr viel freundlicher vor, als noch in der Mongolei. Sehr viel mehr lächeln sie mich an und tatsächlich auch die Männer. Heute musste ich hin und wieder für ein Foto herhalten. Haha das ist so sehr lustig. Komme mir vor, als sei ich irgend so ein nutzloser Superstar. Aber es ist natürlich ein schönes Gefühl und wenn ich den Leuten somit eine Freude bereiten kann, warum auch nicht. Und deshalb habe ich beschlossen meine Haare nun doch nicht dem Friseur zu schenken. Jetzt bleiben sie dran, weil es echt cool ist, gerade von den jungen Leuten, angeschaut zu werden, als sei man ein Rockstar. Und ich denke, dass dies meinen Haaren zu schulden ist. Deshalb genieße ich jetzt einfach mal die netten Blicke. Zurück in Deutschland, wird das wieder anders sein. Dann kommen sie ab:) ….

Wow, der Zug nach Quingdao rast mit 300 kmh durch die flache, von Hochhäusern übersäte Landschaft. Ich sitze in einem Zug der Zweiten Klasse und es ist ein besserer ICE. Selbst ein 2 Metermann hätte ausreichend Platz. Ich habe lust den Chinesen dabei zuzuschauen, wie sie ständig am organisieren von warmen Wasser sind, welches sie genüsslich trinken. Dann rast eine Schaffnerin umher, sie möchte ihre, auf einem Tablett liegenden, krachmachenden Spielzeug – Züge loswerden. Sehr interessant finde ich auch zu beobachten, dass die Chinesen wirklich, fast die gesamte Zeit der Zugfahrt über, am essen sind. Sie scheinen es wirklich zu lieben. Gerade ziehen Felder mit Gewächshäusern an mir vorbei, wobei die Ausmaße wahrscheinlich so groß sind, wie in Deutschland ein kleines Bundesland.

Und wieder schiebt sich meine Nachbarin etwas in ihren unbändigen Rüssel. Auch ich darf jetzt mal naschen, dabei angel ich mir ein paar noch in der Erdnussschale hausenden Erdnüsse, welche mit Salzwasser abgekocht wurden. Hmmm, zwar noch naß, aber echt lecker.

Erstaunlicherweise stelle ich nun in diesem Moment fest, dass ich bisher noch nicht Einen dicken Chinesen gesehen habe. Wie machen die das bloß?

Es kommt so wie es kommen soll… Dies war mein Lieblingssatz in Neuseeland. Wie oft habe ich dies täglich zu spüren bekommen, in Guten, wie in Schlechten Zeiten. Und so kam es auch heute wiedermal, im Positiven. Als ich in den Zug stieg, machte ich mich auf den Weg zu meinem, auf dem Ticket zugewiesenen Platz. Dort angekommen, saß schon ein Mann korrekterweise auf seinem Platz im Gang. Cool, ich habe den Platz am Fenster. Als ich mich hinsetzen wollte, versuchte er mir mit Händen und Füßen Klar zumachen, ob ich doch bitte so gütig sein könnte und mich auf jenen Platz setzen könnte, welcher sich 2 Sitzreihen dahinter befindet, da dort eigentlich seine Frau sitzen müsste. Natürlich möchte er gerne seine holde Maid, an seiner Seite. Ok ok, sagte ich, Null Problemlo. So setzte ich mich in eine Dreierreihe in den Gang, neben ein junges chinesisches Pärchen, welche ebenfalls nach Quingdao wollten. Ein Glück, denn sie sprachen etwas englisch und so unterhielten wir uns Bröckchenweise. Als wir dann unseren Zielort erreichten, baten sie mir an, mich zum Taxi zu bringen. Gemeinsam suchten wir mehr als eine halbe Stunde lang nach einem Taxi, welches mich zu meinem Hotel bringen sollte. Wieder wollte mich kein Taxi Fahrer mitnehmen. Was soll der quatsch, fragte ich und die junge Chinesin meinte, das mein Ziel, den Jungs wahrscheinlich zu nah wäre und sie so nicht genügend verdienen würden. An dieser Stelle war ich den beiden schon sehr dankbar, wohl wissend wenn sie mir nicht geholfen hätten, würde ich wahrscheinlich schon anfangen sehr unruhig zu werden, da es ja auch schon dunkel wurde. Nach diesem Misserfolg gingen wir gemeinsam zu einer Stelle hinter dem Bahnhof, wo sich ein abgesperrter Bereich befand, bei welchem sich schon eine größere Schlange gebildet hatte. Dort stellten wir uns ebenfalls an. Sinn der Übung war, das wohl hier die Taxifahrer verpflichtet wären, einen zu transportieren. Wir warteten eine halbe Stunde. Und sie verrieten mir, dass sie mich zu meinem Hotel begleiten wollen, obwohl dies, für sie ein mega Umweg darstellt. Klasse oder. 25 min später ließ der sehr nervös, panisch seine Hupe betätigende, ständig das Fenster herunterkurbelnde Taximann, damit er rotzen kann, uns an einer Nebenstraße raus. Zum Hotel liefen wir noch ca 3 min . Ganz ehrlich, dieses abgeranzte Hotel, hätte ich niemals alleine gefunden.

Ach das da..

Ach das da..

Ein riesen Dankeschön an die beiden. Es sollte einfach so kommen, dass ich mich zu ihnen in die Reihe setzen sollte.

Das Hotelzimmer ist mal wieder unterste Schublade, wieder habe ich kein Fenster und der Spaß kostet mich ca 25 Euro die Nacht. Egal, ich habe erstmal ein Platz zum schlafen. So nun erstmal was essen gehen. Ich ging ein paar Schritte um die Kurve und erreichte ein Restaurant. Als ich dort meinen ersten Fuß über die Schwelle setzte, und es war wirklich wie im Film, waren Alle Augen auf mich gerichtet. Die Bediensteten empfingen mich wirklich überfreundlich und baten mich Platz zu nehmen. So folgte ich gern Ihrem Wunsch und nahm Platz. Eine der Kellnerinnen reichte mir das Blatt Papier, auf welchem nur Symbole zu sehen waren und so musste ich grinsen und nicht nur sie stieg in mein lächeln mit ein, sondern das gesamte versammelte Publikum im Restaurant. Merklich bekam ich einen roten Kopf. Ich alleine am Tisch – völlig überfordert mit dem Stück Papier. Und tatsächlich alle Menschen im Restaurant hielten diesen Moment sogar spannender als ihr heiliges Essen und ließen ihre Stäbchen liegen und beobachteten mich im „Gespräch“ mit der Kellnerin. Ich kann nun wirklich nicht beschreiben, wie ich mich in diesem Moment gefühlt habe. Aber es war irgendwie großartig. Was würde ich dafür geben, hätte dies jemand auf Band festgehalten. Sie schaffte es nicht, mich von einem komisch aussehenden Bild zu überzeugen und so maschierte sie an jeden einzelnen Tisch und fragte wahrscheinlich, ob denn jemand englisch spricht. Dann kam eine junge Dame zu mir an den Tisch und versuchte mir, mit ihrem Vorschulenglisch, den Speisezettel zu erklären. Aber ich verstand nur Bahnhof. Aber alle lachten und so reihten sich noch 3 weitere Menschen mit ein, um mir zu helfen. Keine Chance. Ich verstand einfach nix. So sagte ich immer wieder: Zorry:) Aber dieser Moment war einmalig, mindestens 80 Augen auf mich gerichtet und alle lachten. Das war der Wahnsinn. Einfach leider unbeschreiblich.

Und genau DAS sind diese wertvollen Momente, die ich auf einer Reise suche. Ich brauche nicht vor jeder sehenswerten Sehenswürdigkeit stehen, – um mich versammelt, hunderte andere mit ihren Griffeln am Fotoapparat – knippsenden Menschen. Dies sind sie nicht – die Momente die ich suche. Für mich haben sie keinen Wert. Oder wer schaut sich jemals wieder ein blödes langweiliges Bild von einem Gebäude an. Ich glaube, die wenigsten. Wow was war das für ein toller Moment. Gerne würde ich jetzt Danke sagen, aber das klingt wahrscheinlich albern. Aber klar, ich verstehe Euch schon- Ihr Sehenswürdigkeitenhinterherhechler..was ist schon spektakulär an den einzelnen Situationen der Beziehungen zu den Menschen. Das lässt sich ja auch nicht auf einem Foto festhalten.

Wer fragt schon danach: Johannes, wie war deine Reise: „Welche besonderen Situationen hattest du mit den Menschen gehabt“? Dafür scheint sich leider wirklich niemand zu interessieren. Ich meine es total ehrlich, wenn ich sage, dass ich eben diesen Moment im Restaurant, weitaus beeindruckender empfand, als gestern auf der chinesischen Mauer herumzulaufen. ..

Nach etwa 15min war der Spaß leider vorbei und die freundliche Kellnerin begleitete mich zu einem anderen Restaurant nebenan, da sie meinte zu verstehen was ich will, aber sie leider nicht zu haben scheinen. Sie hatte recht, denn dort bekam ich das leckere Essen wonach mir war. Auch dort waren die Menschen sehr freundlich und ich kam mir wieder vor, als wäre ich etwas besonderes. Ein Gast reichte mir, beim verlassen des Restaurants, seine Hand. So saß ich nun da und brauchte über eine halbe Stunde die leckere, sehr scharfe Suppe zu löffeln. In Gedanken nicht nur beim Genuß des Essens. Und wieder wurde mir mit diesen vielen Momenten, die ich heute erlebt habe, gezeigt, dass ich unrecht hatte, als ich behauptete, das man in der heutigen Zeit, als ( Deutscher) Reisender, nicht mehr interessant wäre. Ich hatte noch nie in meinem Leben so gerne unrecht!!!!

Absolute Kontrolle

Absolute Kontrolle

Eins, Zwei. ..

Eins, Zwei. ..

Weg da... Platz da... ich fahr euch alle um

Weg da… Platz da… ich fahr euch alle um

Toll.. überall Blumenschmuck

Toll.. überall Blumenschmuck

Der arme Kerl, er tut mir leid, auch er muss bewachen. .kahle graue Wände, keine Blumen

Der arme Kerl, er tut mir leid, auch er muss bewachen.. …kahle graue Wände, keine Blumen

 

6.10 Was für eine Herausforderung. Heute morgen musste ich nun irgendwie den Weg zurück zum Bahnhof finden, um mein Ticket nach Suzhou zu kaufen. Aber klar, es war ja bloß ein Katzensprung entfernt. Dies jedenfalls meinte gestern die junge Chinesin, als ich ihr zeigte, wo mein Hotel liegt. Ich denke, bei dem riesen Land und den mindestens 20 fachen Millionen Städten, ist das auch kein Wunder. Zufällig kam ich an einem „Reisebüro“ vorbeigestiefelt, dort ging ich hinein und fragte wie ich zum Bahnhof komme. 8 Menschen saßen vor ihren Rechnern und blickten mich lächelnd an. Aber leider scheint auch hier niemand englisch zu sprechen, aber eine hilfsbereite junge Chinesin sprang von ihrem Hocker auf und nahm mich mit auf einen 10 minütigen Spaziergang zu einer Bushaltestelle und wartete mit mir auch mindestens nochmal genauso lange bis der entscheidende Bus kam. Das nenne ich mal Dienstleistung! Am Bahnhof nach 45 min angekommen, und einiger Wartezeit am Schalter wurde mir beigebracht, dass ich erst am Donnerstag einen Platz, im Zug nach Suzhou bekomme. Wahnsinn, und das bei ca. 20 Zügen am Tag. Aber es war alles ausgebucht. Naja, was soll ich machen, so hab ich halt noch paar Tage in dieser echt schönen aber auch wieder Riesenhaften Stadt. Ungefähr Doppelt so groß wie Berlin.

Juhu der Sommer ist zurück. So konnten sich meine wund gelaufenen Füße, bei einem tollen Strandspaziergang, super erholen. Aber auch heute hatte ich wieder einige Fotoshootings. Es ist einfach wunderbar, den ganzen Tag, angelächelt zu werden.

Klare Sicht und Luft

Klare Sicht und Luft

3 Kommentare

3 Gedanken zu „China 1

  1. Hallo ,schön wieder etwas von Dir zu lesen.
    Wir dachten schon Du bist verschollen.
    Mache weiter so ,alles ganz toll.
    Wir bleiben am Schirm.
    Viele Grüße aus Emleben

  2. Jonas

    …..du machst schön einen auf Rockstar…sauber;)

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