China 5

15.10 Gerade bin ich im zweiten Warteraum, inner- und unterhalb, des Bahnhofs in Shanghai angekommen. Ein Geschnatter, schlimmer als in jedem, mit Enten überfüllten Ententeich. Bis ich hier an diesen Ort gelangt bin, musste ich mich bestimmt 4 Kontrollen stellen.

Wie oft denn nun noch..

Wie oft denn nun noch..

In meinen Reisepass, habe ich soeben den Ausreise – Stempel aus China hinein gedrückt bekommen, obwohl ich mich ja noch knapp 2000 km auf dessen Territorium befinde.

Die Schleusen werden geöffnet. Sofort springen alle auf und watscheln schnatternd dem Zug entgegen. Ich bleibe noch paar Minuten sitzen und genieße die werdende Ruhe, in riesengroßer Vorfreude, auf mein 6 Mann Abteil. Ich erwarte 6 schweißtriefende, nach Knoblauch riechende Männer, die mir Nachts, durch ihr ohrenbetäubendes Geschnarche, den Schlaf rauben werden. Ich mache mich nun auch auf den Weg und meine Laune sinkt mit jedem Schritt, welchen ich mich dem fahrenden Ungeheuer näher. ..

Puuuh, erstmal tief durchatmen. Ich fühle mich, als hätte ich gerade etwas gewonnen. So sehr freue ich mich darüber, dass bisher nur 4 Frauen in meinem Abteil liegen. Glücklicherweise riecht es nur nach Hühnchenfleisch, welches sich, eine der Damen, genüsslich in ihren Kopf schiebt.

Glück gehabt.

Wahnsinn, wie viel Zugpersonal, sowie Polizeibeamte, durch den Zug flitzen. Gerade brachten sie mir ein Einreiseformular für Hongkong, welches ich ausfüllen sollte. Ich muss zugeben, dass ich darüber überrascht bin. Denn ich dachte, Hongkong würde inzwischen wieder vollständig seit 1997 zu China gehören. Über deren Sonderstellung und das sie auch immer noch ihre eigene Währung haben, wusste ich natürlich Bescheid, aber nicht, dass sie weiterhin wohl offensichtlich doch noch eine Art eigenen Staat bilden. ..

Es blieb glücklicherweise bei den 4 Damen und ich musste, wie ein junger Monkey, auf eines der Betten, on the Top, hinauf krabbeln. Aber dort hatte ich meine Ruhe.

Das dachte ich zumindest.

Denn die Abteile haben zum Gang im Zug, keinerlei Tür. Im Gang gibt es dann noch wenige Sitzplätze, wo man auf einen der Hocker am Fenster, platz nehmen kann. Dort machte es sich ein Mann gemütlich. Am Anfang der Fahrt, nahm ich auch auf einen der Hocker platz. Aber es war sehr ungemütlich und so entschied ich mich recht früh,  für mein Äffchen Nest. Ich wollte lesen. 14 Seiten später hörte ich, extrem nervigen Lärm. Dieser kam aus dem Mund des Mannes im Gang. Er fing an,   zu essen und schmatzte und röpste 1 h lang. Abartig hoch 738. Ich entschied mich für meine Ohrstöpsel.

Aber auch die schafften es nur zu knapp 80% den widerlichen Geräuschpegel zu senken.

Das muss man sich mal vorstellen, trotz dieser Stöpsel in den Ohren, hab ich mir dem sein Gefresse anhören müssen.

Gute Nacht.

 

16.10 Oh man, was ein straffes Programm.

Ich ärgere mich darüber, dass ich mich bloß für einen Tag, in Hongkong entschieden habe.

Denn Hongkong ist mir irgendwie sofort sympathisch.

Ok, ich gebe es zu, seit dem Gespräch mit der Englisch Lehrerin aus Hongkong im Zug, war ich schon etwas positiv voreingenommen, gegenüber dieser Stadt. Denn sie erzählte mir, dass jene Menschen, welche auf die Straßen Hongkongs rotzen, 500 Euro Strafe zahlen müssen. Cool, dachte ich, das ist mal eine Strafe, die mir durchaus gefällt. Endlich hört dieses ekelhaft, grenzenlose Gerotze auf. Ich fragte nämlich die Lehrerin, ob dieses Extrem – Hobby, überall in China zelebriert wird und so offenbarte sie mir diese positive Nachricht, das jenes Verhalten, in Hongkong nicht geduldet wird.

Die Stadt ist sehr international und ich freue mich wieder direkt am Wasser zu sein. Auch stört es mich gerade überhaupt nicht, dass hier sehr viele Bleichgesichter herum laufen.

Aber ich habe doch keine Zeit.

So bin ich direkt aus dem Zug zum Geldautomaten und hinein, in die gigantische Metro. Am Hotel angekommen, bin ich herzlich empfangen worden und bekam auch sofort den Stadtplan in die Hand gedrückt. Zimmertür auf, Klamotten flogen ins Eck, Zimmertür zu. Danach bin ich gleich ins erste Restaurant und ausnahmsweise landete das Essen recht flott im Magen. Ich muss los, ich will unbedingt noch etwas von der Stadt sehen, bevor es 18.00 Uhr dunkel wird. Noch am auffalten des Stadtplans, sprach mich prompt ein nettes Mädel an und fragte, wo ich denn hin möchte. So begleitete sie mich liebenswürdigerweise direkt zum Hafen. Ich wollte mit der Fähre, welche unschlagbare 25 Cent kostet, nach Hongkong Island. Dort angekommen sah ich mich schon im Bus sitzen, welcher mich nach einer guten Stunde, hinauf zum Peak brachte. Die Straße schlängelte sich wunderschön, serpentinenmäßig, mitten durch üppig- urig, subtropischen Wald hinauf zum Berg.

Tolle Sicht.

...

 

17.10  Good bye China.

Auf dem Weg zum Flughafen fällt mir wieder auf, wie schön doch Hongkong, zwischen grünen Bergen und dem vielen, umgebenden Wasser liegt.

Leider ist auch diese Stadt, völlig umhüllt von Schwarten aus Smog.

15.55 Uhr geht es zurück nach Shanghai und von dort, 21 Uhr nach New Delhi, wo ich dann so hoffe ich gegen 1.30 Uhr landen werde.

Ich bin ja mal gespannt, ob ich um diese Uhrzeit ein Taxi zum Hotel bekommen werde.Aber ich freu mich schon auf Indien. Nun geht’s in den, um 1h verspäteten Flieger.

Über dem Smog, muss die Freiheit doch grenzenlos sein.

Proteste.... trotzdem war ich froh, dass unsere Straßenseite frei war

Proteste…. trotzdem war ich froh, dass unsere Straßenseite frei war

... .. is doch nicht schwer. .

… .. is doch nicht schwer. .

 

6 Kommentare

6 Gedanken zu „China 5

  1. wir hoffen Du bleibst weiterhin ,trotz der dicken Luft,bei guter Laune und guter Gesundheit.
    Hast Du bereits ein Paar Schuhe durchgelaufen?
    Weiterhin viel Spaß.
    Deine Emleber

  2. D&M

    Hallo Johannes,

    es macht einen riesen Spaß deinen Blog zu verfolgen! Wir hoffen du bist gut in Indien angekommen und dass es dir gut geht! Wir können es schon kaum abwarten, wieder Neues von dir zu lesen! Beim Lesen haben wir immer deine Stimme Kopf. Es gab einige Stellen an denen wir schmunzeln oder herzhaft lachen konnten!

    Wir wünschen dir noch ganz viel Spaß und tolle Erfahrungen!

    Liebe Grüße
    Madeleine & Danny

    • Hey . Cool.. freut mich. .bin heute im Dampfbad ganz im Süden Indiens per fluchtzeuch angekommen. . Hoffe euch geht’s gut?

  3. Jonas

    …..das Schmatztherapie ist genau das richtige für dich….ich lach mich schlapp:)

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