Indien 11

31.10 Vom Reisen, erstmal Urlaub machen.

Dies ist mein Motto, für die kommenden Tage. Einfach in den Tag hinein leben, Baden gehen und natürlich gut essen.

Die Restaurants, am Rande der Klippen , werden hauptsächlich, von Nepalesen, sowie Tibetern betrieben. So gehe ich, einmal am Tag zum Inder und das andere Mal, zum Tibeter/Nepalesen.

Gestern abend, bin ich wieder mal, bei meinem Lieblingstibeter, essen gegangen und kam mit einem der Kellner, sehr nett ins Gespräch.

Jener Kellner, kommt aus Nepal und ist hauptsächlich nach Indien gekommen, um hier Geld zu verdienen und nach einem Jahr, will er dann, wieder zurück in seine Heimat.

So fragte ich ihn, warum er nicht beim Nepalesen im Restaurant arbeitet?

Daraufhin sagte er mir völlig unverblümt, dass die meisten Nepalesen, die in Indien arbeiten würden, schlechte Menschen, seien. Aber warum denn das? „Ja sie würden untereinander sich gegenseitig nur selbst betrügen und keiner gönnt dem anderen etwas. Klar bin ich hier auch zum Geld verdienen, aber dann darf doch das menschliche, nicht auf der Strecke bleiben“, sagte er. So unterhielten wir uns noch sehr lange und er wurde mir immer sympathischer. Plötzlich holte er sein Handy aus der Tasche und zeigte mir folgenden Text: …. (hoffe er schickt mir diesen noch per email, versprochen hat er es)

 

1.11 Im Wechselbad der Gefühle.

Was war das wieder, für eine furchtbare Nacht. Es ist schon die zweite, darauf folgende dieser Art. Gestern Nacht bekam ich plötzlich Fieber. Plötzlich wurde mir ganz schwummrig und ich glühte, als hätte man mich, in nem Backofen, bei 220 Grad vergessen. Dazu kam Schüttelfrost und wahnsinnige Rückenschmerzen, welche ich ohne Schmerztablette, nicht ausgehalten hätte. Normalerweise, vermeide ich eigentlich, die Einnahme von Schmerztabletten, aber in diesem Moment, war ich so froh das ich diese prophylaktisch, mitgenommen habe. Wie lange ist das jetzt her, dass ich mal wieder krank bin. Ich wusste schon garnicht mehr, wie scheiße das ist. Und dann passiert es ausgerechnet hier, an diesem Ort, jetzt wo ich mich so rundum wohl fühle. Das ist doch wirklich seltsam. Vorher war ich öfters mal, psychischem Stress ausgesetzt, in nicht so tollen Orten, jetzt bin ich, an einem tollen Ort, ohne psychische Belastung, aber werde körperlich krank. Als ob mein Körper, momentan geradezu darauf besteht, dass ich mal eine Pause mache. …

Die sehr liebe Dame, welche mit ihrem Mann, dieses Hotel betreibt, sah mir gestern Abend an, als ich vom Restaurant zurück kam, dass es mir nicht gut geht und brachte mir später auf mein Zimmer, 2 verschiedene, sehr lecker schmeckende Tees. Heute morgen, kam ich nicht wie üblich zum Frühstücken und so klopfte sie an meine Tür, es war gegen 12 Uhr und fragte, ob mit mir alles ok sei. Ehrlicherweise, musste ich zugeben, dass es mir noch nicht viel besser geht. So sagte sie, dass ich doch aber wenigstens, etwas essen sollte und brachte mir 10 min später, das verspätete Frühstück ans Bett. Das fand ich natürlich so lieb und so entschied ich mich vorhin spontan und endgültig, gegen den Massenauflauf an Menschen in Goa, was in etwa so schlimm touristisch wäre, wie am Ballermann, meinte die gute Frau.

Hier, in diesem viel weniger touristischen, lieblichen Örtlichen, möchte ich, meine letzten Tage, in Indien verbringen. Ich werde noch, eine kleine Rundreise, durch saftige Teeplantagen, bis zum südlichsten Punkt Indiens machen und dann für die letzten Tage, wieder hier her, zurück kommen. Denn, was an diesem  Örtchen, außerdem sehr schön ist, dass größten Teils, die Inder selbst, hier Urlaub machen. Ich würde sagen, dass Verhältnis, besteht aus 70 zu 30, für die Inder, gegenüber den Menschen, aus der westlichen Welt. In Goa, soll das Verhältnis 100 Prozent Ausländer sein. Ja so ein Schwachsinn, da kann ich wirklich gleich an den Ballermann fahren. Aber ich bin in Indien und möchte, nach wie vor, mit den Einheimischen in Kontakt kommen. Jetzt hau ich mir gleich noch ne Schmerztablette rein und geh in das nächste Restaurant um die Kurve, denn dort übertragen sie das Spiel: Bayern gegen BvB. Ich freu mich schon, endlich mal wieder ein Fussball – Spiel, live.

2.11 Das war wohl nix. 30 Minuten, durfte ich das Fussball – Spiel, in einer Bar, auf einer Großbildleinwand verfolgen. Dann kam die Polizei. Es war 23.32 Uhr, als sich plötzlich 2 schmächtige Ordnungshüter neben mich aufpusteten, als würden sie einen Hahnenkampf mit mir bestreiten wollen. Sie erklärten mir, dass es bereits, seit 23 Uhr Feierabend wäre. „Laßt mich doch wenigstens noch die erste Halbzeit zu ende schauen“!? .. „No“. Kein weiterer Kommentar und so trabten sie stolz, Ihre Macht mal wieder demonstriert zu haben, von dannen.

Die Jungs, denen der Laden gehört, entschuldigen sich noch 13 mal dafür, dass die Leinwand jetzt ganz blass bleiben muss. Aber eigentlich hätten sie es besser wissen müssen. Denn, falls sie nur bis um 23 Uhr geöffnet haben dürfen, müssten sie dies ja wissen und hätten mich darüber frühestens zu dem Zeitpunkt, als ich sie fragte, ob sie das Spiel um jene Zeit übertragen werden, in Kenntnis setzen müssen.

So zahlte ich und war im Begriff, den Laden, so schnell als möglich, zu verlassen, da ich nun hoffte, zumindest jetzt, das Spiel, via Internet Radio zu verfolgen.

Aber Harvey Keitel hielt mich davon ab.

Ein 62 jähriger, amerikanischer Rentner, sieht jenem genannten Schauspieler, wie aus dem Gesicht geschnitten aus und schimpfe kurz auf die Polizei und darüber, dass einem jeglicher Spaß, hier in Indien, untersagt werden würde. Cheers, sagte er leicht betrunken, nahm dazu sein, unter dem Tisch verstecktes Bier zur Hand und trank erstmal genüsslich. „Wie lange bist schon in Indien“, fragte ich. „Seit 9 Monaten, bin aber schon etliche Male in den letzten 30 Jahren, hier gewesen, sagte er. „Was treibt dich dann immer wieder her“? So schob er einen Stuhl zu mir heran und sagte setz dich erstmal. „Ok, aber nur kurz denn ich möchte das Spiel im Radio weiter verfolgen“. Er grinste nur. Dabei blinzelten mich seine, nicht vorhandenen Zähne an. Er bemerkte, dass mir sein nahezu leerer Mund aufgefallen war und entschuldigte sich prompt dafür und fing jetzt aber so richtig an, zu lachen. „Paß auf, ich erzähl dir, warum ich keine Zähne mehr habe… Es ist ungefähr eine Woche her, als ich in ein Restaurant ging und da passierte das Unglaubliche“.

„Dir ist ja sicherlich schon aufgefallen, wie viele Hunde und Krähen hier versammelt sind“? „Ja klar. Aber was hat das mit deinen Zähnen zu tun, Mister Keitel“? „Paß auf“

„Als ich fertig mit meinem essen war, ich war auch nahezu noch der einzige Gast und deshalb entschied ich mich, kurz mein Gebiss aus dem Mund zu nehmen und es auf den Tisch abzulegen. Dann bückte ich mich kurz und holte mein Handy aus der Tasche und diesen Moment, nutzte dieses beschissene Krähenbiest, schnappte sich mein Gebiss und ich war nur noch in der Lage, meinem grinsenden Gebiss, im Schnabel, dieses Biestes, davon fliegen, zu sehen.

Kannst du dir das vorstellen? Jetzt war ich an der Reihe. Ich konnt nicht mehr vor lachen.

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