Indien 12

11.11  Vorhin bin ich nochmal am Strand entlang spaziert und mir war in diesem Moment völlig klar, wie sehr ich das Meer vermissen werde. Die tolle Zeit in Varkala verging wirklich wie im Flug. Ich war surfen, hab die Gegend mit dem Moped erkundet, gut gegessen, nette Leute kennen gelernt und auch einige Zeit, in der Hängematte verbracht. Es war herrlich erholsam, aber jetzt freu ich mich auch wieder „back on the road“ zu sein.

Ich schwitze und sitze mal wieder im Zug, für knapp 5 Stunden von Varkala nach Kochi. Der Manager des Hotels meinte, wenn ich den Zug, zwischen 11 und 12 uhr nehmen würde, wäre das wohl, die beste Zeit, da um jene Zeit die wenigsten Menschen unterwegs sein würden. So ließ ich mich von einem Tuktukfahrer kurz nach 11uhr gemütlich zum Ticketschalter fahren und kaufte für 145 Rupien ein Ticket nach Kochi. Ich erkundigte mich auch nicht weiter, nach Ticketalternativen, da ich dem Hotelmanager glauben schenkte, in der Hoffnung, auf keinen überfüllten Zug. Als dann aber die Bahn eintrudelte, sah ich schon von weitem, dass der Hotelmanager unrecht behalten sollte. So lief ich neben dem Zug her und freute mich schließlich, ein Abteil mit weniger Leuten erblickt zu haben, wo ich dann auch Platz nahm. Dieses Abteil, hatte eine Klimaanlage, aber auf meinem Ticket, war nicht ersichtlich, ob ich nun berechtigterweise in diesem Abteil sitzen dürfe. 30 Minuten später, wusste ich es besser. Der Schaffner kam und begleitete mich in ein anderen Wagen. Auch dieser, war mit einer Klimaanlage ausgestattet und hier durfte ich, für einen Aufpreis von 390 Rupien bleiben. Oder aber,  ich sollte, in das übervolle Abteil, ohne Klimaanlage wechseln. Ich diskutierte recht freundlich hin und her mit dem Schaffner und er ließ mir 20 Minuten Bedenkzeit, bis zum nächsten Stop. Für mich war natürlich schon zu diesem Zeitpunkt klar, dass ich lieber die 5 Euro mehr bezahlen und in diesem Abteil sitzen bleiben würde. Nach etwa 30 Minuten kam er zurück. Diesmal in Verstärkung, von zusätzlich 3 anderen Schaffnern. Alle waren sehr freundlich und bestanden, auf die Zusatzkohle. Es waren 3 ältere plus ein jüngerer Angestellter des Zuges. Ich fragte in die Runde, ob man am Preis, nicht was machen könnte. Sie winkten lächelnd ab, aber der jüngere war nicht abgeneigt und so berieten sie sich. Die drei älteren wollten nun nix mehr wissen und gingen, der jüngere meinte, dass er später nochmal wieder kommen würde. Nun war ich erstmal befreit. Es verging, ungefähr eine halbe Stunde, bis plötzlich 2 Polizisten zu mir kamen und sich zu mir setzten. Aha dachte ich, jetzt bekomm ich wohl, mein Fett weg. Sie reichten mir ihre klebrigen Pranken und begannen ihr Verhör. Sie schienen sehr interessiert und überrascht zu gleich, als ich ihnen erzählte, dass ich nicht verheiratet und dazu auch noch singel bin. Dabei betaschte der eine Bulle ständig mein linkes Knie, welches ich bedauerlicherweise unter der kurzen Hose nicht verstecken konnte. Dann stellten sie viele Fragen, welche Länder ich, bevor ich nach Indien kam, bereits bereist hätte. Sie waren sehr an China interessiert und lautschten scheinbar gespannt. „Ja was hast du denn alles in deinem Rucksack, kaufst du Souvenirs“?, wollten sie plötzlich wissen. „Nö, quatsch“, meinte ich. „Sowas brauche ich nicht“. … Tatsächlich weiß man ja nie, was sie wirklich wollen. Es soll ja nicht nur in Südamerika, korruptive Polizisten geben. Und es hätte ja auch sein können, dass sie vom Zugpersonal beauftragt worden sind. Bekanntlicherweise war ich es gewesen, welcher kurz zuvor, das Zugpersonal „bestechen“ wollte. Also jetzt war Vorsicht geboten. Ich musste noch ein wenig über ein paar Länder berichten, bis sie zum Glück, beim nächsten Halt ausstiegen und sich höflich verabschiedeten. Puuuh.

Etwa 10 Minuten vor der Ankunft, erschien der junge Schaffner und wollte 200 Rupien haben. Das waren immer noch 190 weniger, wie ich eigentlich hätte berappen müssen. Das ist in etwa vergleichbar, mit einem leckeres Essen und zeigt, dass ein bisschen diskutieren, doch manchmal, ganz hilfreich sein kann.

Waschplätze

Waschplätze

Fischerdorf

Fischerdorf

Viele bunte Gebäude

Viele bunte Gebäude

Pause .. zum Glück hab ich immer mein gutes altes Schweizer Taschenmesser dabei. .

Pause .. zum Glück hab ich immer mein gutes altes Schweizer Taschenmesser dabei. .

Selbst im Restaurant, muss man das Bier versteckt halten

Selbst im Restaurant, muss man das Bier versteckt halten

Tschüß Varkala

Tschüß Varkala

Willkommen zum zweiten Mal in Kochi. ... der pennt wirklich. .

Willkommen zum zweiten Mal in Kochi. … der pennt wirklich. .

 

Ein Kommentar

Ein Gedanke zu „Indien 12

  1. Jörch

    Die hatten es wahrscheinlich wirklich nicht auf dein Geld abgesehen, sondern auf deine Kronjuwelen :-))

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