Indien 13

12.11  Irgendwann, zwischen 10 und 11 Uhr, sollte „Er“ kommen.

Ab 9.30 Uhr, befand sich mein schwitzender Körper, auf diesem tollen Gelände.

..

..

Es war kurz vor 11 Uhr, als er endlich kam, der Bus, der aussah, als hätte er nicht nur einen Unfall, hinter sich. So freute ich mich natürlich, auf die kommenden 5 Stunden Fahrt, in die Berge. Ach wie herrlich komfortabel, der Bus, doch wieder war. Zudem sollten die knapp 5 Stunden lang, unterschiedlich schwitzende Männer, direkt an meinem, nicht weniger feuchten Körper sitzen. Wie ich das doch immer wieder liebe… .

Es wunderte mich zudem nicht zum ersten Mal, dass sich fast ausschließlich nur Männer im Bus befanden. Gibt es etwa Geschlechtertrennung im Bus?

Das fragte ich mich, als wir einen anderen Bus mit 500 kmh, vor einer nicht einzusehenden Kurve überholten, in welchem ausschließlich nur, bunt bekleidete Damen saßen. .. Es sah aus, wie der Schweif eines Regenbogens.

Ja, leider auch diesmal, fuhr der Busfahrer, wie der letzte Idiot. Einige Male, war ich drauf und dran, zu ihm zu gehen und. .. .

Aber ich blieb steif, auf die Straße starrend, zudem schweißtriefend und nicht weniger eingeengt – wie ein trauriges Huhn in seinem grauen Massentierhaltungskäfig – auf meinem dreckigen Plastesitz hocken. Die Landschaft wurde erst ab den letzten, knapp 2 Stunden, interessant, bergig und gefährlich. Die zahlreichen, übergroßen bunten Hinweisschilder, dass die Straßen gefährlich und Unfallanfällig sind und man doch bitte langsam fahren möge, schien dem bekloppten Busfahrer, aber sowas von überhaupt nicht zu interessieren. Gegen 16 Uhr kamen wir dann endlich an und ich war heilfroh, wieder auf meinen Hühnerbeinchen zu stehen. . Nun brauchte ich ein Tuktuk Fahrer. Es standen, auch einige, gelangweilt herum, aber keiner kannte den Namen, meines Hotels. Es sollte laut Internet, nur 8 km entfernt, vom Zentrum Munnar liegen. Deshalb dachte ich dummerweise, dass dieses Hotel, schon irgendjemand kennen wird und aus diesem Grunde, hab ich es vermasselt, mir die Telefonnummer aufzuschreiben. 10 Minuten später, ließ ich mich, auf einen kleinen Fahrer ein. Dieser wollte sich unterwegs, nach der Hoteladresse erkundigen. Es ging los und der Fahrer, fragte einige Menschen, aber niemand von diesen, war schlauer als wir beide. Dann hielt er an einem Hotel an, sprang hinein, wie ein angeschossenes Känguru und dort bekam er, so meinte er zu mir zumindest, die Wegbeschreibung zu meinem Hotel. „How far away“?, fragte ich. „Around 15 km“, meinte er. Oh man- lügt jetzt er, oder aber, das Internet? Er schaute mich nicht weniger treudoof, wie ein alter Cocker Spaniel an und wollte nun, dass ich ihm das Stöckchen werfe, oder besser gesagt, dass ich ihm, das Startkommando erteile.

„Ok lets go“. Nach weiteren Befragungen, verschiedener Leute am Wege, erreichten wir nach 40 Minuten und immer schmaler werdende, mit sehr wenigen Menschen bepackte, Dschungelwege, dass einsam – liegende Hotel. Es waren knapp 20 km und keine 8 km.

Ich war genervt sauer. Dann stürzten 5 grinsende Männer – ich saß noch im Tuktuk und diskutierte über den Preis – auf mich zu und schüttelten, eine gefühlte Stunde, meine schlappe, lustlos – schwitzende Hand. Ich zeigte allen meinen Unmut und war echt bedient, da sich auch kein „Restaurant“, in unmittelbarer Nähe befinden solle.

Ich zahlte 200 Rupien und der Fahrer verschwand grollend, denn klar, er wollte eigentlich, einiges mehr.

Irgendwie hatte ich ein seltsames Gefühl und präsentierte, so denke ich, den Jungs, jenes Gefühl, als ein grimmig – dreinschauender Zeitgenosse. Ich bin halt nicht Götz George, oder wer auch immer, also ich kann jetzt auch nicht, den einfach nicht

aufhörend – grinsenden Jungs, eine gespielte Freude vorspielen. Wir setzten uns in das kleine schlimmlige Zimmer, der verlassenen Villa und sie schlugen „Es“ auf.

Das große, verstaubte Buch, in welches man, seine persönlichen Daten, einzutragen hat. Am liebsten hätte ich es einfach direkt wieder zugeknallt und wäre gegangen. Aber ich hatte keine andere Wahl. „I’m the only guest here or what?“, erkundigte ich mich missmutig fragend. Da in dem Buch, für die letzten 3 Tage, keine andere Person eingetragen war. „Yes you are“. Nur Männer um mich herum und zudem befinde ich mich wirklich „in the Middle of Nowhere“.  ..  „Is there WLAN“?( laut Internet müsste es schnelles WLAN geben)

„Oooo zorry, since yesterday not working“. Aber klar doch. Meine Freude stieg. Es begann zu regnen.

Sie zeigten mir mein Zimmer mit Balkon, aber selbst der tolle, verregnete Blick, konnte mich nicht erfreuen. Weiterhin und ununterbrochen, grinsten die Jungs. Einfach unglaublich. Ich war echt in jenen Momenten, durchaus kein angenehmer Zeitgenosse, aber sie hörten nicht auf zu grinsen und schienen von meiner, wahrscheinlich hässlichen Grimasse, wenig beeindruckt. Ich hätte es auch in diesem Moment, für überhaupt nicht unangebracht gehalten, wenn sie, in meine schlechte Laune, mit eingestiegen wären. Aber nein, sie blieben stur grinsend. Kompliment.

„Wo bekomme ich jetzt, was zu essen“? , fragte ich. Bis zu diesem Zeitpunkt, es war kurz nach 17 Uhr, hatte ich ein bisschen was gefrühstückt und zwischendurch noch einen madendurchlöchernden Apfel, in meinen hohlen Magen geschmissen. „Wir können dir was machen“!! „Ok, but NO onions pleeease. .. „Yeeeees we will do without onions „.

Ich legte mich ins Nest und war froh, daß sich keine 2 m entfernt, ein alter Fernsehen befand. Ich glotzte eine Doku, über Riesenschlangen. Ungefähr 40 Minuten später, klopfte es an der Tür. Da stand er, der grinsende Angestellte und brachte mir mein Essen, aufs Zimmer. Zum ersten Mal, stieg ich ein, in sein Lächeln. Ich sah den Schlangen beim Fressen zu und machte es mir auf dem Bett gemütlich. 1 Minute später, verfiel ich wieder zurück, in das ältere Gefühlsmuster und meine Mundwinkel waren bestimmt nicht weniger attraktiv, wie die, von Frau Merkel. Denn, das ganze Essen, war dermaßen mit Zwiebeln verseucht. Unfassbar. Das kann doch jetzt nicht wahr sein. Aber ich hatte jetzt auch überhaupt keine Lust mehr, zu versuchen, den grinsenden Männern, ihr scheinbar nimmer ermüdendes Lächeln, zu rauben. So speiste ich kopfschüttelnd, den trockenen Reis plus das noch trockenere Chapati und sah, wie einer Riesenpython, der Magen aufgeschnitten und ein Reh, rausgeholt wurde. ..

Es war keine 20 Uhr, als ich, mit geputzten Zähnen, im Zimmer unter dem, auf das aus Blech gemachtem Balkondach, lautstark – niederbrasselnden Regen, im Nest lag.

Munnar

Munnar

.. auch Munnar

.. auch Munnar

Advertisements
Hinterlasse einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: