Indien 5

 

23.10  Es schmeckt wirklich gut. Ich sitze beim Mittagessen im „Restaurant “ des Hotels und bin wieder mal der einzige Gast.

.. Ruhe. .

.. Ruhe. .

Küche des  "Restaurants, aber mehr Schlafplatz eines großen, schwarzen Hundes

Küche des „Restaurants, aber eigentlich, der Schlafplatz eines großen, schwarzen Hundes

Blick aus meinem Hotelzimmer

Blick aus meinem Hotelzimmer

Vishram, ein 21 jähriger sympathischer Inder, macht einfach alles. Er scheint der einzige Angestellte des Hotels zu sein. Zuerst, putzte er heute morgen, die gesamte Anlage und gerade bereitete er, mein Essen zu. Der Arme Kerl, ist jeden Tag 14 h am Schaffen und bekommt dafür gerade mal 7000 ( 90€) Rupien im Monat. Er setzt sich grinsend zu mir, an den Tisch und so frage ich ihn, warum denn in diesem schönen Hotel, ausser einer indischen Familie und mir, keine weiteren Gäste sind. So sagt er, dass die meisten Besucher, welche dieses Örtchen aufsuchen, Hippies wären und natürlich, lieber in den billigsten Absteigen unterkommen. War ja klar, was für eine dumme Frage.

„Und warum arbeiten denn in Indien, ausschließlich nur Männer, in den Hotels und überhaupt“? Daraufhin sagte er, dass es eine Art Schutzmaßnahme sei. Wenn Frauen in Hotels arbeiten würden, würden sie pausenlos von Männern angemacht werden. „Ja und wo arbeiten denn nun jetzt die Frauen“?, fragte ich. Daraufhin gestikulierte er mit seiner großen Hand auf ein braunes Feld, wo eine rosafarbene, bekleidete Frau hockte. Alles klar, dachte ich. Was für ein Scheiße. Aber auf den Feldern, sind die Frauen ganz bestimmt sicher, vor den triebgesteuert – bescheuerten Männern, oder was? …

Zu diesem Zeitpunkt, wusste ich noch nicht, dass ich übermorgen, wenn hoffentlich alles glatt läuft, im weit entfernten Ort – Kochi sein werde.

Den heutigen Tag nutzte ich komplett zur Erholung. Ich hielt mich, größtenteils im Garten, der schönen Hotelanlage auf, nutze die Zeit zum Lesen und beobachtete die zahlreichen Affen, die hier überall herum springen.

Beim lesen, in meinem kleinen Indienbüchlein, viel mir, dieser nette Küstenort im Süden von Indien auf und so entschied ich mich, auf der Stelle und aus dem Bauch heraus,  sofort ein Touristen Büro aufzusuchen und zu hoffen, dass man von dort aus, auch Flüge, innerhalb des Landes buchen kann.

Zum Glück, bin ich geplant, planlos unterwegs und kann deshalb, so spontan handeln.

Ich will ans Meer.

Der Gedanke daran, gibt mir ein befreit, beflügeltes Gefühl.

So suchte ich Vishram und fragte ihn schließlich, ob es in diesem Ort, ein solches Büro gäbe. „Klar“ meinte er und beschrieb mir den Weg dorthin. Als ich dort ankam, war ich heil froh, dass es wirklich der Wahrheit entsprach und ich tatsächlich, Flüge innerhalb des Landes buchen kann. Juhu.

Ich entschied mich für Samstag, da morgen, der Neujahrstag ist, und deshalb alles zu sein wird und wahrscheinlich auch die meisten Menschen, wieder nach Hause fahren werden. Das bedeutet Chaos und darauf habe ich überhaupt keine Lust mehr.

Heute ist quasi Sylvester.

Es nennt sich in Indien: “ Diwali“ und seit Tagen, hört man es, bei über 30 Grad, an jeder Ecke, knallen. Irgendwie echt lustig. So kann ich dieses Jahr 2 mal Sylvester feiern.

Der Flug kostet mich ca. 160 Euro. Aber, war ja klar, dass dem Typen aus dem „Reisebüro “ gerade erst gestern, seine Kreditkartenmaschine ausgefallen ist. Ich muss „Bar“ bezahlen, meinte er und beschrieb mir den Weg zum Automaten. Als ich dort ankam, standen schon einige Leute vor dem Automaten und meinten, dass aufgrund des „Diwali“, der Automat, überfordert worden ist und nun keine Kohle mehr ausspuckt. Och nö. „Ja wo ist denn der nächste“?, fragte ich in die Runde! Am anderen Ende der Stadt!, war deren gemeinschaftlich, erbauliche Antwort. Prima, in einer Stunde wird es dunkel und bei Dunkelheit, möchte ich es vermeiden, solche Wege zu gehen.

Und da war er wieder: Der Lichtblick! !!

Es hört sich nun bestimmt so an, als würde ich mir irgendwelche Geschichten ausdenken. Aber es war glücklicherweise, die Wahrheit. Denn keine Minute später, sah ich hinter einer großen schwarzen Kuh, den zweiten Nichthippie überhaupt, die Straße entlang spazieren. So ging ich auf ihn zu und fragte ihn:“Do you know, is there a Cashmachine around“? Daraufhin sagte er: „Not really, i guess the next one, will be at the opposite of town“. Uijuijui, die Leute hatten recht.

Er sprach mit einem unverwechselbaren deutschen Akzent und so fragte ich ihn, ob er aus Deutschland sei. „Ja bin ich“, sagte er und lächelte sehr sympathisch. So erzählte ich meine Story und fragte ihn, ob er noch ausreichend Rupien in der Tasche hätte. Er meinte: „Ja mal schauen“ und so gingen wir gemeinsam in das Reisebüro zurück und er zählte seine Kohle. Ich bot ihm an, 20 Euro die ich noch bei mir hatte und die mir noch umgerechnet, ungefähr fehlen, um das Flugticket zu bezahlen, gegen Rupien einzutauschen. Er könne mir 10 Euro tauschen. Spitze. Und die anderen 10 Euro tauschte ich bei einem Typen ein, welchen der Reisebüromensch, herbei kommen ließ. Puh, glück gehabt. Der Vorgang, dass ich dann endlich mein Stück Papier, mit den Flugdaten in den Händen hielt, dauerte noch ca. 1 h. In der Zwischenzeit ging der Deutsche und Minuten später betrat barfüßig, ein heiliger im weißen Gewand, das Büro und weihte es mit Glück, indem er auf dem Fußboden, verschiedene Decken austeilte und darauf, ein Muster aus Reiskörnern formte. Noch während dieser Prozedur, konnte ich bezahlen und ging.

„Happy Diwali“

Jetzt hatte ich, noch knapp 140 Rupien in der Tasche, womit ich mir gerade ein kleines Dinner – Meal leisten könnte. Aber dann, könnte ich wahrscheinlich morgen, dem Tuktukfahrer, kein Geld bezahlen, damit dieser mich, zum anderen Ende der Stadt, zum Geldautomaten fährt. So ging ich, meinen Weg, zurück zum Hotel. Dort gibt es glücklicherweise, ein sehr kleines, aber feines „Organic – Restaurant“, in welchem ich gestern Abend, sehr lecker gegessen hatte und trat ein. Der sehr nette, ältere Herr begrüßte mich freundlich und ich erzählte ihm, dass ich für ein größeres Essen nicht genügend Geld hätte und schilderte ihm meine Story. Daraufhin schaute er mich an und sagte : Sir, thats no problem, you can eat what ever you want and its fine, if you pay tomorrow“. „Wow, sounds amazing but i mean, do you really trust me?“, fragte ich. Dabei lächelte er nur und sagte: „Of course, i do“. „Thank you very much“, sagte ich.

Das Essen war wieder ausgezeichnet. Dazu gab es frisch gepressten Papaya Saft. Fröhlich, ging ich den dunklen, von dicken Rauchwolken vernebelt – bombardierten Weg, zum Hotel zurück.

Eyyy, schmeißt mir das Teufelszeug bloß nicht an die Rübe

Eyyy, schmeißt mir das Teufelszeug bloß nicht an die Rübe

Als ich ankam, gab mir der Hotel Boss eine Rakete in die Hand, welche ich jetzt zünden solle.

„Happy Diwali“

...

Advertisements
Hinterlasse einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: