Indien 8

27.10  Gestern Nacht, konnte ich, aus verschiedenen Gründen, kein Auge schließen. Um 4.41 Uhr, lag ich immer noch, mich kullernd, von der einen, zur anderen Seite, im Brutkasten herum. Bei gefühlten 40 Grad und ohne Klimaanlage. Dabei ging mir, eine bestimmte Sache, durch mein schmales Köpfchen.

Es beschäftigte mich, das allseits Beliebte Hobby : Die Fotografie!!!

Dazu, meine folgenden Gedanken:

Würde man vielleicht sogar, ohne ein Foto zu machen, die einzelnen Momente, noch mehr genießen? ( Zb. ein Sonnenuntergang)

( Genießen, die Japaner, bei einer 7 tätigen Reise, durch Gesamt – Europa, jeden einzelnen Moment, ihrer, in Sekunden, tausendfach abgeschossenen Fotos? )

Zählt der Moment, oder aber das Foto, welches man zu Hause, stolz, präsentieren kann?

Kann man wirklich die „Wahnsinns“ Momente, mit einem Foto festhalten und dokumentieren?

Dabei musste ich, an all die vielen schlimmen Momente, ob sie mich betrafen oder nicht, denken. Aber fast zeitgleich, dachte ich auch, an die vielen, schönen Momente. In beiden Fällen, dachte ich, kann man doch, in den wirklichen, fast einmaligen Momenten, keine Fotos schießen.

Gerne, gebe ich ein Beispiel: „Welcher Vater, auf unserem buntem Planeten, steht wohl bei der Geburt, seines Kindes, vor seiner Geliebten und schießt, in diesem Moment, ein Foto. Ich habe keine Kinder und kenne, von daher auch nicht, dass tolle Gefühl, welches man bei einer Geburt, seines Kindes, empfinden mag. Aber ich kann mir vorstellen, dass jeder Mann, einen solchen, wahrscheinlich, unvergesslich – bezaubernden Moment, schweigend und staunend genießt und genießen möchte.

Ohne dabei, seinen Fotoapparat, im Hinterkopf zu haben. Oder aber, würde man es wollen, dass in diesem Moment, vielleicht sogar, jemand anderes, ein Foto oder aber auch ein Video, macht. ? Ich kann mir das beim besten Willen, einfach nicht vorstellen, dass man das will. Ich denke, dass man kaum, mit einem Foto, die wahren Empfindungen, der Menschen, festhalten kann. Ob es nun, Gute oder Schlechte Momente sind. Das Elend, was ich hier gesehen habe, das kann man einfach nicht beschreiben. Auch ein Foto, würde das schlecht können. Von diesen schlimmen Momenten, die mich nicht, direkt betrafen, wollte ich keine Fotos machen. Von den Angstmomenten, wie zb. als ich Nachts im Bus saß und nebenher, Menschen rannten und den Bus begleiteten, als käme frische Beute im Bus angefahren, konnte ich kein Foto machen. Diesen Moment, könnte auch niemals, ein Foto beschreiben. In diesem Moment, war ich überhaupt nicht in der Lage, ein Foto zu schießen. Da denkt man doch im Traum nicht daran, den Fotoapparat in die Hand zu nehmen. Das ist doch völlig absurd. Oder aber, der tolle Moment, als ich im Restaurant in Quingdao saß und ca. 40 Menschen, herzlichst, mit und über mich lachten. Das war großartig. Welches Foto, könnte das denn beschreiben? Da nützt einem, auch die teuerste Kamera, der Welt nichts. Das kann man einfach nicht, auf einem Foto festhalten.

Ich fotografiere sehr gerne, wenn auch ziemlich unprofessionell und auch NUR mit meinem Handy. Und natürlich, schau ich mir auch, sehr gerne schöne Bilder an. Aber die wirklich „krassen“ Momente, ob in einem, sehr schönen, oder schlechten Moment, hat man nur als Bild, in seinem Kopf. Das Gefühl, Live dabei zu sein , ist und bleibt,  etwas ganz besonderes.

Ok, als dann dieser besondere Moment, im Restaurant, vorbei war, hätte ich es toll gefunden, wenn von dieser Aktion, ein Video existieren würde. Ich gebe zu, ein Video ist etwas anderes. Aber auch nur dann, wenn man es nicht selbst dreht. Denn wenn ich mit dem Bewusstsein, ein Video, drehen zu wollen, in das Restaurant gegangen wäre, wäre der Moment, mit Sicherheit, niemals der gleiche gewesen. Auch wäre es definitiv nicht der gleiche gewesen, wenn ich während der Aktion im Restaurant, plötzlich meine Kamera, raus geholt hätte. Es ist definitiv, immer anders, wenn man etwas filmt. Es verwischt, immer, ein wenig, die Authentizität. Man ist definitiv, mit seinem Gefühl, nicht mehr 100 Prozent dabei. Anders wäre es natürlich gewesen, wenn jemand diese Aktion, mit einer versteckten Kamera gefilmt hätte, von der ich nichts gewusst hätte.

Mein Profil Bild, auf meinem Blog, zum Beispiel, beschreibt und er erinnert mich, an einen fast schon, magischen Moment. Das kann dieses Foto, aber bei weitem- niemals, niemanden beschreiben, der nicht dabei war. Auch ist dieses Bild, Minuten später, nach dem eigentlichen Wahnsinns – Moment, entstanden. In diesem Moment, als ich das wahnsinnig, tolle Gefühl hatte, konnte ich auch kein Foto schießen. Aber klar, dieses Foto erinnert mich daran.

Dieses Bild, entstand in Neuseeland, am nördlichsten Rand der Südinsel, in den Marlborrogh Sounds. Ich fuhr mal wieder ziellos umher, auf der Suche, nach einem schönen, ruhigen Schlafplatz und wusste nur, dass irgendwann, dass Meer kommen müßte. Ich fuhr, einen Weg entlang, welcher auf meiner Karte nicht eingezeichnet war. Ich wurde, nach knapp einer guten Stunde, auch schon ziemlich unsicher und in diesem Moment, bekam ich nicht direkt Angst, aber ich fühlte mich, nicht mehr wohl . Es wurde immer dunkler und es begann zu regnen. Ich fuhr direkt durch die grauen Regenwolken, welche dicht, im Wald fest hingen. …

Wahrscheinlich, sind die tollsten Momente, eine Kombination, aus Angst und Freude, innerhalb kürzester Zeit. Denn, als ich dann endlich, aus dem Wald raus fuhr, öffneten sich langsam die Regenwolken und plötzlich stand ich, vor diesem Bild.

Ein Regenbogen und das Meer zeigten sich. …

Es war bisher, einer meiner tollsten Momente. Einfach unbeschreiblich schön. Auch glaube ich fest daran, dass man solche Momente, nur alleine erleben kann. Zu zweit, wäre zumindest, dieser ungewisse Angstmoment, vor dem schönen Moment, mit Sicherheit nicht der gleiche gewesen. Deshalb denke ich, ist das Empfinden, eines  tollen Momentes, umso intensiver, wenn man alleine unterwegs ist. … …

 

An dieser Stelle, würde ich mich, echt mal freuen, Eure Meinung, dazu zu lesen. .. Vielleicht, waren all meine nächtlichen Gedanken, auch bloß völliger Senf. …

Aber es hatte mich tatsächlich, einige Stunden lang, beschäftigt.

 

Sherpas :) .. schnappten, sich einfach mein Gepäck und trugen es zum Tuktuk

Sherpas 🙂 .. schnappten, sich einfach mein Gepäck und trugen es zum Tuktuk

Heute morgen, bin ich mit dem Tuktukfahrer und seinem Gefährt, zu einer Bushaltestelle gefahren, von wo aus, die lokalen Busse, nach Alappuzha fahren. Da kein Bus in englisch ausgeschrieben ist, wartete der Tuktuk Fahrer, ganz brav mit mir, an der Haltestelle und deutete, nach ungefähr 10 minütiger Wartezeit, auf meinen Bus.

Da iser

Da iser

Die Busfahrt, dauerte ca 1,5 h, bei ungefähr 90 km, durch viele kleinere Dörfer.

Uijuijui, ganz schön wackelige Angelegenheit

Uijuijui, ganz schön wackelige Angelegenheit

In jedem Dorf, maschierten, musizierten, zelebrierten und protestierten, zahlreiche Menschengruppen, alle für ein und dieselbe Komunistische Partei

In jedem Dorf, maschierten, musizierten, zelebrierten und protestierten, zahlreiche Menschengruppen, alle für ein und dieselbe Kommunistische Partei

Nach wie vor, bevorzuge ich es mit den Bussen, der Einheimischen, zu fahren. Dieses Abenteuer, lass ich mir nicht entgehen. Auf die Touristen Busse, verzichte ich, da es mir ansonsten, zu wenig „Indian Light“ wäre. Ausserdem, sind die lokalen Busse, fensterlos und so kann man sich herrlich, den Fahrtwind, um die Nase, wehen lassen. Für die Fahrt, habe ich 48 Rupien bezahlt. So ist das Reisen in Indien, wirklich sehr günstig. Wie teuer, die touristischen Busse sind, weiß ich nicht. Als ich in Alappuzha ankam,

Wartend und schwitzend an der Bushaltestelle

Wartend und schwitzend an der Bushaltestelle

brachte mich das Tuktuk durch den Dschungel und durch ein kleines Fischerdorf, direkt an einen abgelegenen Strand. Jetzt bin ich, so richtig am Meer angekommen. Von meinem kleinen Zimmer, kann ich durch Palmen hindurch, direkt auf das Meer blicken.

Herrlich

Herrlich

... 7,8 Schritte weiter... .da hängt se.. die Matte

… 7,8 Schritte weiter… .da hängt se.. die Matte

Das Mittagessen nahte und so bestellte ich ein scharfes Gericht, welches, ich dann, als einziger, sitzender Gast, in dem Strandhoteleigenem Restaurant, genüsslich, mit Schweißperlen im Gesicht, zu mir nahm. Danach hing ich in der Hängematte und hörte den Wellen zu.

Nur weil ich Appetit, auf Schokolade hatte, mühte ich mich, aus der hängenden Matte. So spazierte ich, durch das kleine Fischernest, auf der Suche nach Schokolade.

...

..dem Fotoapparat, wollten sie, kein Lächeln schenken. ...

..dem Fotoapparat, wollten sie, kein Lächeln schenken. …

Scheinbar,  Voll im Trend: der Oberlippenbart

Scheinbar, Voll im Trend: der Oberlippenbart

Die Menschen, grüßten mich alle freundlich und wiesen mir den Weg. Nach ungefähr einer halben Stunde, erreichte ich, einen kleinen Laden. Der, sehr schüchterne Ladenbesitzer, reichte mir, meinen gewünschten Snack und bedankte sich herzlich. Nun sitze ich wieder am Meer und schau den Wellen zu.

Dabei, überlegte ich, ob ich morgen noch eine Nacht, dran hängen sollte, oder nicht.  Eigentlich war ich froh, endlich direkt, und dann auch noch, in der Hängematte liegend, am Meer zu sein. Aber irgendetwas fehlt mir. Aber was?

Es ist ein Gefühl.

Und so entschloss ich mich, total entspannt, umgeben von dem schönem Klang der wellenbrechenden Meeresgeräusche, zirpsenden Grillen und quarkenden Fröschen im Hintergrund, mich morgen wieder in den Bus zu setzen und weiter südlich zu fahren.

Warum?

Jetzt wußte ich, was mir fehlt.

Ich will endlich mal wieder, mit den Wellen reiten.

Das letzte Mal, als ich das tat, war in Südafrika und das ist schon über 1,5 Jahre her.

Ich sprang aus dem Sand und befragte den Hotelmanager, nach einem „Surfspot“ Ort, welcher nicht so weit entfernt sei.

„Ja, den gibt es, du musst nach Varkala“!!!!

Bewegungen

Bewegungen

Sitzungen

Sitzungen

Entspannung

Entspannung

 

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2 Kommentare

2 Gedanken zu „Indien 8

  1. Ina-Maria Moeslein

    Liebes Kind, mir zittern die Beine und mein Herz, wenn ich /wir Deine Berichte lesen!!! Das ist alles unendlich spannend! Niemals könnte ich sowas durchstehen. Was für ein unendlich reiches Land ist Deutschland und so viele meckern nur und leben nicht. Die müßte man mal dort aussetzen, wo Du warst! Nun komm aber ja gesund zurück, nichts ist wichtiger! Hier ist es kalt geworden, aber alles ist ok. Sei umarmt, wir sind stolz auf Dich! Deine E`s

  2. Jörch

    Hi Hannes, also ich versuche immer öfter bestimmte Momente oder Situationen „ungefiltert“ zu erleben. Wenn ich mit mehreren unterwegs bin, hole ich mir danach die Fotos von anderen, per WhatsApp oder Email. N Foto hält vieles fest, aber Gefühle oder persönliche Gedanken nicht. Solange man sich über soetwa s Gedanken macht und nicht alles sofort bei Facebook, getrieben von immer besseren, tolleren „Häppenings“ ;-))postet, ist man glaube noch auf dem richtigen Weg. Wohl dem der natürlich auch nen gutes Gedächtnis hat. Der Zwiespal ist naturlich, solange man alleine Unterwegs ist, aber da sollten generell einjge Snapshots helfen, der Nachwelt, als Gedankenstütze, an seinen Erlebnissen teilhaben zu können. Viel Spaß weiterhin. Vg

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