Philippinen 13

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Suman heißt diese in ein Bananenblatt eingewickelte Delikatesse

Diese hab ich natürlich mal probiert. Das klebrig, süße Innere besteht aus einer Art Klebereis mit geriebener Kokosnuss und Zucker, welches zusammen in einem Bambusrohr gedämpft wird.

Aber am liebsten war mir natürlich mein Guanabana Milchshake. Dazu eine kleine Story :

An einem herrlich friedlichem Morgen saß ich gemütlich in einem Bambushocker in einer Ecke in dem kleinen Lokal, bei welchem ich mir öfters meine frische Guanabana hab zubereiten lassen und plauderte nett mit den beiden Angestellten der Hütte, die in diesen Augenblicken mir meinen Milchshake zauberten. Bis plötzlich ein grimmiger Glatzkopf unsere Ruhe störte. Schnell merke ich, dass es sich bei diesem dämlichen Typ nur um deren Boss handeln konnte. Er käste die beiden aber sowas von abwertend an, bis er schließlich fragte, was sie denn da machen würden. … Sie erzählten ihm daraufhin, dass sie einen Milchshake machen, es sich dabei aber um eine mitgebrachte Frucht des Kunden handelt. Daraufhin platzte diesem Asie der Kragen und er wies sie deutlich zurecht, dass sie diese Zusatzleistung in Zukunft nicht mehr machen dürfen. Dann bekam ich mit traurigen Augen meinen Milchshake, der an diesem Morgen natürlich einen bitteren Beigeschmack hatte, konnte ihn diesesmal auch kaum genießen und verschwand kurzdarauf. Am späten Nachmittag besuchte ich die beiden nochmal und so erzählen sie mir, dass der Idiot vom Morgen, ihr Boss aus England war. Die halbe Frucht, die ich noch in Kühlschrank bei Ihnen versteckt hatte, wollten sie mir noch verarbeiten, allerdings sei dieser Shake dann ihr Letzter, welchen sie mir servieren würden. So eine Scheiße sagte ich zu Ihnen und dachte mir, dass sich anhand dieser kleinen Episode- ganz einfach und im Kleinen- aber im Grunde genommen doch eigentlich traurigen Geschichte, eine Riesen Sache verbirgt: Da kommt doch wieder einmal ein missmutig und genervt dreinschauender Europäer mit seinen vielen Regeln und Verpflichtungen im Gepäck und versucht seinen ernsten Stempel den lieben, freundlichen und einfachen Einheimischen aufzudrücken. Ich frag mich echt aus welchen Gründen solche Ausländer in ein solches Land ziehen? Was sie dazu bewegt überhaupt aus ihren mit Regeln übersäten Ländern wegzugehen? Welche Erwartungen haben die denn? Suchen diese Leute etwa ein einfacheres Leben? Das kann ich mir anhand dieses Beispiels nun überhaupt nicht mehr vorstellen. Und genauso wird die unbeschwerte  Herzlichkeit der Einheimischen zerstört und genauso verlieren sie ihre Unbekümmertheit und ihr freundliches Wesen. Und das passiert genau überall da, wo die Ausländer daherkommen und großkotzig meinen, die Einheimischen nach westlichen Maßstäben erziehen zu müssen. Die besten Beispiel dazu hab ich in Panglao Island leibhaftig erlebt. Wiedermal versauen die westlichen Eindringlinge nicht nur die Natur, sondern auch die Menschen. Es ist schon schlimm genug zu sehen, dass die schönsten Strände mittlerweile von den Ausländern eingenommen werden (wurden) und besetzt sind (Ressorts). In Anda hab ich mit einer für die Stadtplanung verantwortlichen Person gesprochen und wir haben uns ausgiebieg um dieses Thema herum unterhalten. Er erzählte mir fröhlich, dass es dieses Zugebaue von Ressorts – wohl direkt in Anda niemals geben wird. Ich hoffe doch sehr darum.

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Hat sich herzlichst um die Strand Hütten gekümmert. ..

Ich glaube mittlerweile tatsächlich ehrlich und ernsthaft sagen zu können, dass ich jene ehrlich-einfache Herzlichkeit der Menschen, so wie ich es hier erlebte hatte, so in dieser Form noch in keinem anderen Land erlebt habe.

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Echt bezaubernd! – mit welchem Lächeln die Kinder mich überall begrüßt haben…. bin auch öfters Mal von Teeniemädchen umzingelt wurden und musste mich für ein Selfie stellen… aber immer mit so einer ehrlichen Fröhlichkeit. .

All das vermisse ich jetzt schon.

Im Moment lieg ich auf meinem Nest in Keelung City in Taiwan. Während ich gerade diese Zeilen geschrieben habe, überkam mich doch soeben ein schon lange nicht mehr dagewesenes Gefühl. Das Gefühl, welches ich manchmal als kleines Kind hatte, wenn ich Heimweh nach meinem Zuhause hatte. Diesesmal denke ich aber an Anda, ein Dorf, an welches ich mich noch lange mit einem Lächeln im Gesicht erinnern werde.

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