Kolumbien 2

26.2 Um 7 Uhr sollte das bezaubernde Frühstück serviert werden. Also bin ich schon 6.45 Uhr aufgestanden, um dann auch möglichst rechtzeitig zum Busterminal zu gelangen. Da es auch in Kolumbien keinerlei Zeitplan gibt, wieviele Busse und um wieviel Uhr abfahren, sollte ich wohl besser, so früh als möglich vor Ort sein, um nicht im Dunkel der Nacht in Medellin herum zu geistern. So war ich pünktlich am Frühstückstisch und wollte eigentlich nur einen schwarzen Tee und dazu den frischen Mangosaft. Aber ich sollte darauf noch eine halbe Stunde warten, bis ich in den Genuss, des frisch gepresstem kam. Ok, alles noch kein Problem, ich bin ja nicht in Deutschland und hatte auch ein wenig Verzögerung eingeplant. Der Taximann und ich kamen kurz nach 8 Uhr am Terminal an. Ich schnappte mir gleich die erstbeste Buscompany(bei mindestens 7 verschiedenen Companys) und war überrascht, dass ich mich beeilen solle, denn der Bus sollte gleich kommen. So zahlte ich 60000 pesos (ungefähr 23€)obwohl mir erst gezeigt wurde, dass das Ticket 65000 kostet(schon der Taximann wollte statt den, auf dem Taxameter angezeigten 16000, bloß 13000)  und ging zum entsprechenden Ausgang. Dort sagte man mir, dass ich noch 15min warten solle. Es war 9.30 Uhr als man mir irgendwie zu verstehen gab, dass der Bus aus irgendwelchen Gründen ausfällt. Achso, klasse und wann kommt der nächste?  11.30 Uhr war die Antwort. Spitze, so komm ich jetzt im Dunkeln an und hätte mir auch das frühe aufstehen sparen können. Willkommen in Südamerika. So ging ich zum Schalter zurück und bekam auch ohne Umstände und auch sehr freundlich, meine Moneten zurück. Ich checkte zunächst die anderen Busunternehmen und Zwei von denen würden sogar eine Stunde früher abfahren. Daraufhin beobachtete ich kurz, welche Leute in jene Busse zusteigen würden und hörte nur paar Sekunden später auf mein Bauchgefühl, welches mir sagte: „Warte ruhig die 1h zusätzlich und entscheide dich für das schon zuvor auserwählte Unternehmen“. Ok,  so wartete ich bis 11.40 Uhr und hurra, nun durfte ich endlich in den Bus steigen und zufällig saß ich auch noch in der ersten Reihe und war auch der einzige Touri. Es dauerte nicht weniger als 1h, bis wir aus der großen Stadt heraus kamen. Die oft serpentinenmäßigen Straßen sind erstaunlicherweise in gutem Zustand, obwohl es natürlich auch öfters Baustellen gibt. Die Landschaft ist sehr grün und bergig und fliegt nahezu am Bus vorbei, da der Herr Busfahrer ordentlich am Gaspedal klebt. Und dann kam er. Der Dicke. War ich heilfroh endlich mal ganz alleine 2 Plätze für mich zu beanspruchen, aber es dauerten leider keine 2h, als mir diese freudenhafte Freiheit genommen wurde. Ich ahnte es schon als ich ihn sah, mit großem Koffer, schweißtriefend stand er an der Straße, als der Busfahrer seinen klebrigen Fuß vom Gaspedal nahm und der Bus zum Stillstand kam. Er stieg ein und wo bitteschön setzt der Dicke sich jetzt hin. Ganz klar, natürlich neben mich. Warum kann nicht mal eine schlanke, schöne Frau sich neben mich setzen und einfach nur dasitzen und schön sein. . Warum? So saß er nun schniefend neben mir, wie Homer Simpson auf seiner Couch.

Von nun an gings bergab. Und ich war froh darüber, denn in die andere Richtung- natürlich bergauf- würden wir zwischen hunderten von Lkw’s im Stau stehen. Da der gesamte Transport von Gütern, in Kolumbien auf die Straße verlagert wird, weil es leider keine Schienen gibt. Silencio por favor. Das dachte ich, als nun schon in praller Lautstärke, der zweite Ballerfilm im Bus TV lief. Hinter der Busscheibe stehen echte Armeemenschen mit MG’S in der Hand und im Flimmerkasten wird geballert. So sinnlos, wie in diesem Moment, kamen mir noch nie, diese bekloppten Ballerfilme vor. Gegen 22.15 Uhr stand ich vorm Bus und nahm mein Gepäck entgegen. Für 445 km haben wir 10,5 h gebraucht. Buenas Noches

Noch in Bogota. .

Noch in Bogota. .

Und so sieht es an vielen Stellen aus und natürlich auch noch weniger schön. . Öfters auch mal Chaotisch und dreckig. . aber gegenüber dem Norden Indiens kein Vergleich

Und so sieht es an vielen Stellen aus und natürlich auch noch weniger schön. . Öfters auch mal Chaotisch und dreckig. . aber gegenüber dem Norden Indiens kein Vergleich

Der Weg. .

Der Weg. .

Einer, von tausenden vorbeirauschenden Trucks

Einer, von tausenden vorbeirauschenden Trucks

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