China 3

Fotos folgen, sobald ich wieder eine bessere Internetverbindung habe!!!!! 

 

10.10  Sich einfach mal treiben lassen.

Wieder mache ich mich, geplant planlos, ohne Stadtplan, Lonley Planet, mit keinerlei Auskunft und ohne dem – in China verbotenem Wissen – von Wikipedia und Co, auf den Weg, um den Dschungel der Stadt zu erforschen. Es folgte eine schöne Wanderung durch Labyrinthartige Gassen.

Puuh mal nicht so viele Menschen

Puuh mal nicht so viele Menschen

Danach hatte ich Lust in einen der, wie aus einem Ameisenhaufen, kommenden Busse zu steigen. Ich entschied mich für den Bus 812. Dieser brachte mich über eine Stunde lang, vorbei an einem großen Stadtsee und Millionen von Banken, an den nicht vorhandenen Stadtrand.

Lecker Fisch

Lecker Fisch

Alle stiegen aus, aber ich blieb stur sitzen, in der Hoffnung, dass der Bus wieder zurück fährt. Die Türen gingen zu und der Busfahrer und sein einziger Passagier, fuhren an die Tankstelle.

Mit dem Stadtbus an der Tanke

Mit dem Stadtbus an der Tanke

Danach bog er in eine Seitenstraße, stieg aus dem Bus und signalisierte mir, dass ich ihm folgen sollte. Auf dem Weg, aus dem Bus, entdeckte ich ein schlafendes Smartphone, auf einem der Sitze. Ich nahm es mit raus. Der Busfahrer war komischerweise schon verschwunden und so stand ich nun da, mit einem fremden Handy in der Hand. Es wird sicherlich schon vermisst werden, dachte ich und prompt klingelte das Telefon. Ein Glück, kamen auch gerade Fußgänger entlang spaziert. So nahm ich den Hörer ab und reichte es dem Mann ohne Hut. Er sprach mit dem anderen Ende, beendete das Gespräch, drückte mir das Handy zurück in die Hand, als sei es heiß und fettig und gab mir zu verstehen, dass ich punktgenau auf diesem Fleck Erde stehen bleiben soll und verabschiedete sich. Na prima, soll ich hier Wurzeln schlagen? Aber ich brauchte keine 7 min zu warten, bis eine völlig verzweifelte junge Frau auf mich zustürzte und sich tausendfach bei mir bedankte.

Es schien, als hätte sie ihren verlorenen Sohn wiedergefunden.

Brettspiele der verschiedensten Art sind sehr beliebt

Brettspiele der verschiedensten Art sind sehr beliebt

Mitten auf der Gasse wird erstmal nen Hühnchen gerupft

Mitten auf der Gasse wird erstmal nen Hühnchen gerupft

Lecker

Lecker

11.10 Heute Vormittag,  bin ich mit dem Zug, in Shanghai gelandet. Diese Stadt ist verrückt. 20 Millionen Menschen auf einem Haufen. Beeindruckend, in vielerlei Hinsicht.

Ohne Google Map mit keinerlei Wissen, dass Hotel zu finden, welches laut booking.com, nur ca. 1,5 km entfernt sein soll, ist schon eine Herausforderung. Wieder wollte mich kein Taximann chauffieren. Doch Einer, aber der Blödmann wollte ungefähr, mehr als das 10 Fache des Preises. Hinterlistig wie er war, tat er natürlich so, als würde er die Straße, in welcher sich mein Hotel befindet, nicht kennen. Er gab mir zudem noch, mit einer hässlichen Grimasse zu verstehen, dass es weit weg sein müsste. Dann rief er eine Nummer an und ich sollte am Telefon der Dame erklären, wo ich hin will. Sie sprach Englisch. Ich teilte ihr die Adresse mit und sollte dem Taxiblödmann das Handy zurück geben. Danach signalisierte er mir, dass er nun wüsste wo er hin zu fahren hat, aber es wäre wohl, weeeeeit weg und wollte deshalb von mir 120 yen. Ich zeigte ihm den Vogel und schmiss ihm beim weggehen, eine ebenso hässliche Grimasse zu, wir er mir zuvor. Ok, so wird das wieder mal nix und so suchte ich ein Hotel. Als ich eines fand, war ich froh, dass sie dort etwas englisch sprachen und mir erklärten, wie ich zu Fuß, in 5 min dort hin gelangen könnte.  Es wurden 35 min daraus.

Ich liebe es ja, ohne Reiseführer und mich völlig frei, nach dem Zufallsprinzip, zu bewegen. Aber in Shanghai, ist das wirklich ne Herausforderung. Ohne guten Orientierungssinn, wäre man wirklich aufgeschmissen.

Alles klaro

Alles klaro

Als ich dann am People Square ankam, war ich nicht mehr alleine unterwegs. Kaum hatte ich es geschafft ein Mädel abzuschütteln, war schon die nächste neben mir und quarkte mich zu. Angeblich, jede einzelne von denen, selbst auch Touristen, mit den tollsten Geschichten. Alle hatten sie das gleiche Ziel, sie wollten mit mir was trinken gehen. Aber durch meine antrainierte Skepsis, welche ich mir beim Reisen stets bewahre, traute ich dem Hühnerbraten natürlich nicht. Diese gesunde Skepsis, wurde mir bestätigt, als ich 8 Sekunden ohne Dame entlang spazierte und sich plötzlich ausnahmsweise mal, ein Mann zu mir gesellte. Auch er schmierte mir natürlich Honig ums Maul, vom allerfeinsten und fragte mich dann, ob ich lust auf eine Massage- Bar hätte. Aha, war ja klar, dass die Damen höchstwahrscheinlich das gleiche Ziel hatten. Auch er ließ sich nicht so schnell abwimmeln.

Uf, das kann schon echt nerven. …

Ich würde sehr gerne, auf dem Weg nach Hongkong, ein Abstecher in irgendein Dorf machen. Leider scheint dieses Ziel sehr kompliziert zu sein. Mal sehen, ob ich morgen mehr weiß. Selbst ein Abstecher nach Hangzhou, wo ich gerne hin möchte, scheint komplizierter als ich dachte. Eigentlich liegt diese Stadt auf dem Weg nach Hongkong. Aber so viel wie ich heute erfahren habe, müsste ich von dort wieder nach Shanghai zurück. Für Umwege habe ich aber leider keine Zeit.

12.10 Wäre ich ein Mitglied der legendären Truppe von Captain Kirk, ich würde mich jetzt, sofort auf der Stelle, nach Berlin beamen lassen. Ich glaube, dass mir unsere idyllische Hauptstadt, wie eine wunderbar, erholsame Kurstadt vorkommen würde. Shanghai ist einfach sowas von überfüllt. Jeder Mensch kämpft um seine Nanomillimeter an Platz um sich herum. Ellenbogen und der ganze Körper, wie beim Ringen, kommen permanent zum Einsatz. Ich denke, dass genau dadurch, die Rücksichtslosigkeit der Menschen zu erklären ist. Niemand schenkt einem auch nur mal 1 cm an Platz. Man wird regelrecht umgerannt.

... und wie das riecht

… und wie das riecht

Noch schlimmer geht es im Straßenverkehr zu. Derjenige, welcher hinter dem Steuer sitzt, hat grundsätzlich Vorfahrt und ist der Boss im Ring.

Pausenloses Hupen.

Als Fußgänger, sollte man daher eine Ampel auf grün, nicht allzu ernst nehmen.

Im Moment verspüre ich, vielleicht auch deshalb, Null Lust, auf eine weitere Millionen Metropole. Hätte ich im Vorfeld, den Abflugsort aus China nicht festlegen müssen, ich hätte jetzt gerne auf Hongkong verzichtet. So begann heute morgen die Odyssee, in Erfahrung zu bringen, wie, wann, wo… und mit welchem Zug ich nach Hongkong gelangen kann. Angefangen hatte ich die Erkundungstour am Hauptbahnhof. Dort bekam ich, wie zu besten DDR Zeiten, nur dermaßen dumme – ahnungslose – null Bock – Antworten. So begab ich mich auf die Suche, nach solch einem tollen Ort der Auskunft, wie ich ihn zufällig in Peking gefunden hatte. Dieses mal aber mit dem feinen Unterschied, dass ich ausgerüstet mit einem Stadtplan bin, in welchem Infostände für Touristen eingezeichnet sind. Nach 3 maligem Umsteigen in den mehr als überfüllten U-Bahnen, kam ich nun endlich, nach einer guten Stunde, in dem Touri – Büro an.

Die gute Dame auf dem überdimensionalen Chefsessel im Büro, war leider der englischen Sprache, keineswegs, auch nur ansatzweise mächtig, aber schaffte es dennoch mir zu erklären, dass ich das Ticket nur an den Bahnhöfen bekommen würde. „Aber gute Frau, mal ganz langsam, ich würde mich doch auch erstmal riesig über ein paar Informationen freuen“. Dann klimperte sie, eine gefühlte Ewigkeit, auf den Tasten ihrer Tastatur herum und zeigte mir, dass an jedem einzelnen Wochentag, nur jeweils 1 – in der Nacht fahrender Zug, die Stadt nach Hongkong verlässt. Zudem gab sie mir noch 4 unterschiedliche Preise mit auf den Weg. So fuhr ich zurück zum Schalter am Hauptbahnhof und wurde von einem, zum nächsten Schalter geschickt. Am Schalter Nr. 5 bekam ich dann völlig andere Preise zu Gesicht und, dass an meinem gewünschten Tag, dem Dienstag, ausgerechnet kein Zug fährt. So meinte ich: „Ok, ich überlege mir das nochmal kurz“ und musste mich aber sofort, da ja in China, alles total straff geordnet zugeht, wieder ans Ende der Reihe anstellen. Als ich dann vorne wieder ankam, bekam ich schon wieder andere Preise mitgeteilt. Uff, ich werde hier heute noch bekloppt. Ich entschied mich für den Mittwoch.

Das diese knapp 2000 km lange Fahrt, überhaupt nicht lustig wird, weiß ich schon jetzt. Ich werde ca. 18 h in einem 6 Mann Abteil im Schlafwagen liegen. Welch Vorfreude. .

So jetzt reichts mir aber mit dem Rumgehetze, ich brauche jetzt dringend was zu essen. Wie wäre es mal mit Hund?

Ach nö, dann doch lieber ein Schokoladen Eis oder Krabbe?

..die armen Viehcher... alle noch am Leben

..die armen Viehcher… alle noch am Leben

 

Advertisements
Hinterlasse einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: